Bandscheibenvorfall

Wann Christian Streich zurückkehrt, ist weiterhin offen

Michael Dörfler

Von Michael Dörfler

Sa, 08. September 2018 um 10:05 Uhr

SC Freiburg

Beim SC Freiburg gibt man sich in Sachen Gesundheitszustand des Trainers zurückhaltend. Ihm drohe allerdings keine Operation. Assistenztrainer Lars Voßler darf das Team weiter betreuen.

"Es ist immer das Beste, wenn man jemand in Ruhe lässt, wenn er krank ist", sagt Fritz Keller am Telefon. Der Präsident des SC Freiburg hat mit seinem Ratschlag nicht ganz unrecht. Man kennt das ja von sich selbst, wenn es einem nicht gut geht, man zu Hause auf Besserung wartet. Da können Nachfragen, Besuche gar, zur Qual werden. Als Patient möchte man seine Ruhe haben und nicht mit irgendwelchen Nachfragen gequält werden. Wobei die schlimmste Unsitte ist, wenn der Nachfrager auch noch unbeabsichtigt Druck aufbaut, gemäß der Feststellung: "Du fehlst uns, schau, dass Du gesund wirst." Also sagt Keller noch: "Ich weiß es selbst nicht ganz genau, wie es Christian Streich geht."

Streich ist der Trainer des SC Freiburg und keine Frage, er wird vermisst. Ein Bandscheibenvorfall hat ihn kurz vor dem Pokalspiel bei Energie Cottbus heimgesucht. In die Lausitz ist Streich zwar noch mitgefahren, doch danach musste er sich in ärztliche Behandlung geben. Vertreten fortan von Assistenztrainer Lars Voßler, der auch noch bei dem wegen eines Gewitters abgebrochenen Testspiel am Donnerstag im schwäbischen Löchgau auf der Bank saß. Zuvor schon musste Voßler die SC-Mannschaft in den beiden Punktspielen gegen Eintracht Frankfurt (0:2) und die TSG Hoffenheim (1:3) betreuen. Von den Trainern dieser Mannschaften stets damit betraut, Streich alles Gute und schnelle Heilung zu wünschen.

Streich droht offenbar keine Operation

Voßler und seine Kollegen Patrick Baier, Florian Bruns und Andreas Kronenberg mussten in den vergangenen Wochen das Training der Profis eigenständig leiten – in Absprache mit Streich natürlich, mit dem das Quartett im ständigen Austausch war. "Er fehlt uns aber schon sehr", ließ sich nach dem 1:3 verlorenen Spiel gegen Hoffenheim Dominique Heintz vernehmen. Streichs Ansprachen vermisste der Neuzugang vom 1. FC Köln am meisten.

Wann Streich wieder das Training wird leiten können, darüber kann derzeit beim SC Freiburg niemand Auskunft geben. Verbürgt ist aber, dass dem Trainer keine Operation droht, wie gerüchteweise in den letzten Tagen immer wieder zu hören war.

"Es gibt die Hoffnung, dass er in naher Zukunft wieder im Trainerbüro auftauchen könnte", lässt Sportdirektor Klemens Hartenbach durchsickern. Streichs Gesundheitszustand soll sich in den vergangenen Tagen gebessert, die Schmerzen nachgelassen haben. "Auf den Trainingsplatz wird er aber erst dann gehen, wenn er die Mannschaft wieder richtig anleiten und unterstützen kann", so der Sportdirektor weiter.

Voßler darf Mannschaft weiterhin betreuen

Kein Thema ist bei den Freiburgern, dass Voßler die Mannschaft in Pflichtspielen angeblich nicht mehr betreuen dürfe. Ein Passus in den DFB-Statuten, der dann zum Tragen käme, wenn der SC seines Trainers verlustig gegangen wäre, nach einer Entlassung zum Beispiel gar keinen Chefcoach unter Vertrag hätte. Ein Ersatzmann, der, wie Voßler, keine Lizenz besitzt, darf dann nur für zwei Pflichtspiele einspringen. Streich ist aber da, nur eben krank. Voßler dürfte also sehr wohl weiter die Mannschaft betreuen. Zudem ist Patrick Baier im Besitz der Lizenz – der Sportclub diesbezüglich also völlig ohne Not.

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