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20. März 2017 10:46 Uhr

Personalien

BZ-Redaktion Wiesental verabschiedet Hermann Jacob

Fünf Jahre war Bundespräsident Joachim Gauck im Amt, bevor er am Freitag in Berlin mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedet wurde. In Schopfheim, gab es gleichzeitig den Großen Zapfenstreich für BZ-Redakteur Hermann Jacob.

  1. Holger Knöferl, stellvertretender BZ-Chefredakteur mit Hermann Jacob (links) und Lebensgefährtin Susanne Büchold. Foto: Marlies Jung-Knoblich

  2. Anstoßen auf den Neuanfang: Utzenfelds Bürgermeister Harald Lais und Peter Schelshorn (Schönau) mit Hermann Jacob. Foto: Robert Bergmann

  3. BZ-Redaktionsleiter André Hönig (links), Mitarbeiterin Ulrike Jäger und Zells Bürgermeister Rudolf Rümmele. Foto: Robert Bergmann

  4. Den Abschied versüßen: Die Sekretärinnen Angelika Schmidt (links) und Eva Kozuch. Foto: Robert Bergmann

  5. Schopfheims Beigeordneter Ruthard Hirschner, Klaus Strütt, Hermann Jacob und André Hönig (von links). Foto: Robert Bergmann

  6. BZ-Medienberater Harald Lipian und Mitarbeiterin Monika Weber. Foto: Robert Bergmann

  7. Schulkameraden: Hermann Jacob und Konrektor Hermann Lederer (Morz, Zell) Foto: Robert Bergmann

  8. Rückblick auf 35 Jahre Redakteursdasein: Redaktionsleiter André Hönig würdigt die Verdienste des scheidenden Kollegen. Foto: Robert Bergmann

  9. Der frühere Schopfheimer Kulturbeauftragte Klaus Strütt mit Marlies Jung-Knoblich, Redaktionsleiterin in Schopfheim bis 2016 Foto: Robert Bergmann

Nach 37 Jahren in Diensten der Badischen Zeitung – 35 davon als Lokalredakteur für die Redaktion Wiesental – geht der gebürtige Eimeldinger zum Monatsende 62-jährig in den Ruhestand.

Zeitungsgeschichte(n) voller Herzblut

Kann ein Redakteur wirklich loslassen von seiner Arbeit? – vom Schreiben über Land und Leute, über Gemeinden, Städte, Schwarzwaldberge und – flüsse, die mehr als drei Jahrzehnte sein Arbeitsplatz waren? Bei Hermann Jacob konnte man an seinem letzten Arbeitstag nicht so ganz sicher sein. Noch bis zur letzten Minute vor dem Eintrudeln der Gäste bastelte er an seinem Abschiedsartikel für die Samstagsausgabe – ein mahnender Text, der die Entwicklung der Stadt Schopfheim in 35 Jahren aus einer ganz persönlichen Warte nochmals Revue passieren lässt. Noch einmal schlüpfte Hermann Jacob in der Rolle des Schopfheimer Stadtredakteurs, der er so viele Jahre – von 1982 bis 2004 – war, bis er dann das Kleine Wiesental, die Seite Steinen und Maulburg und zuletzt das Obere Wiesental betreute.

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Noch einmal war sie zu erkennen, diese ganz eigene, selbstvergessene Konzentration auf die Geschichte, auf die Zeilenarbeit, die diesen Kollegen so besonders macht. Und ein letztes Mal zeigte sich, wie wenig der Mann mit dem Kürzel jac mit dem in Funk und Fernsehen weit verbreiteten Klischee des hektischen Zeitungsschreibers gemeinsam hat. Der im Jahr 1954 in Lörrach geborene Hermann Jacob hatte es nach dem Abitur am Weiler Wirtschaftsgymnasium und einem Lehrerstudium an der PH Lörrach zunächst mit der pädagogischen Laufbahn probiert, dann aber schnell umgesattelt und im Jahr 1980 bei der Weiler BZ-Redaktion als Freier Mitarbeiter journalistisch zu schreiben begonnen. Der Wechsel in den Journalismus in seiner lesernahen lokalen Ausprägung sollte sich als kluge Entscheidung herausstellen.

Schreiben kann er, mit Menschen kann er und zu feiern versteht er auch, dieser ruhige, mit feinem Humor begabte und historisch versierte Alemanne. Zum Abschiedsfest hatte er sich zahlreiche Redakteurskollegen, aber auch etliche Bürgermeister und Weggefährten in die Räume der BZ-Redaktion unters Dach der alten Mühle in der Hauptstraße 78 eingeladen. Unter die Gäste mischte sich auch der stellvertretende Chefredakteur und Lokalausgabenchef Holger Knöferl aus Freiburg, den selbst eine Reifenpanne nicht vom Ausflug in die Markgrafenstadt abzuhalten vermochte. Aus dem Oberen Wiesental waren die Bürgermeister Schelshorn (Schönau), Lais (Utzenfeld), Schmidt (Häg-Ehrsberg) und Rümmele (Zell) sowie Sabine Steinebrunner (Bürgermeisterstellvertreterin aus Todtnau) dabei, für die Stadt Schopfheim war Beigeordneter Ruthard Hirschner gekommen.

Unter dem Motto "No Öbbis" erinnerte Redaktionsleiter André Hönig an die beruflichen Stationen des scheidenden Kollegen. "No Öbbis", hieß eine Lokalglosse, die Hermann Jacob regelmäßig schrieb, seit er im Jahr 1982 vom damaligen Schopfheimer Redaktionsleiter Erich Pohlmann ins Team aufgenommen worden war.

"Ich will jetzt einfach mal wohnen und die Muße genießen." Hermann Jacob
Schon am Glossentitel lasse sich der niemals auf den schnellen Effekt bedachte Charakter Hermann Jacobs festmachen, meinte André Hönig. "Solide und sachlich" zu schreiben sei in all den Jahren zum unverwechselbaren Markenzeichen von Hermann Jacob geworden. Damit habe er sich im Laufe der Zeit "Respekt und Anerkennung" erschrieben.

Holger Knöferl, stellvertretender BZ-Chefredakteur und Leiter der Heimatredaktionen dankte Hermann Jacob für "35 Jahre bei der BZ". Jacob sei "ein ruhiger Kollege, der genau weiß, wovon er spricht". Weil Hermann Jacob seine Arbeit täglich aufs Neue mit Herzblut gemacht habe, trage er einen großen Anteil daran "dass wir in unserem Verbreitungsgebiet so gut dastehen". Der künftige Ruheständler selbst freut sich sehr auf sein neues Leben. "Ich will jetzt einfach mal wohnen und die Muße genießen", erklärte Hermann Jacob mit feinem Lächeln. Und er ist sich ganz sicher "Langweilig wird es mir nie".

Ach, no öbbis: Zum großen jac-Zapfenstreich hat die BZ natürlich eine Sonderausgabe, übertitelt "Der Jacob (s)weg", herausgebracht. Prompt sah sich der Kollege zum alemannischen Wortspiel veranlasst: "Stimmt genau. De Jacob isch jetzt weg!" Was soll man da noch sagen? Ein solch humorvoller Geist wird fehlen.

Autor: Robert Bergmann