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06. Juli 2009
Drei Gastronomen – drei Disziplinen – ein gemeinsames Ziel
Andreas Ott von "Ott’s Hotel Leopoldshöhe" startet am Sonntag mit seinen Kollegen Christoph Wermuth und Reinhardt Börner beim Ironman in Zürich
WEIL AM RHEIN (bcm). Der Kochkittel bleibt am Haken, stattdessen zwängen sie sich in enge Neoprenanzüge und stürzen um Punkt 7 Uhr in der Frühe in den Zürichsee. Wenn am Sonntag, 12. Juli der Startschuss für den Zürich Ironman fällt, sind die Gastronomen Andreas Ott, Christoph Wermuth und Reinhardt Börner mit von der Partie.
Der Ironman ist die Königsdisziplin im Triathlon, der von den Athleten alles abverlangt: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und zum Abschluss der Marathon mit 42,2 Kilometern Laufen. Gastronomen findet man nur ganz wenige unter den Triathleten. Dass es dennoch geht, wenn man fest entschlossen ist, zeigt Andreas Ott (40) von Ott’s Leopoldshöhe. Als er vor vier Jahren an einem Motivationsseminar teilnahm, setzte er ein ambitioniertes Ziel: "Einmal den Ironman schaffen." Innerhalb von nur vier Monaten nahm er 20 Kilogramm ab und lief drei Monate später als "Eisenmann" ins Ziel. Auch 2007 schaffte er erneut den Zieleinlauf beim Zürich Ironman.
Reinhardt Börner, Gastronom in Eichsel kam über den Tauchsport zum Laufen und begann vor vier Jahren mit dem Triathlon. Der 61-Jährige kann bereits beachtliche Erfolge vorzeigen: Beim Südafrika Ironman im April schaffte er es auf den 2. Platz in seiner Altersklasse – und verpasste nur ganz knapp ein Qualifikationsticket für den legendären Ironman auf Hawaii. "Das ist der Traum eines jeden Triathleten – einmal auf Hawaii zu starten, " sind sich die drei Gastronomen einig.
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Bei Christoph Wermuth, Gastwirt des Jägerhaus in Egerten, waren es gesundheitliche Gründe: Nach einem Bandscheibenvorfall begann er mit Laufen, das sich als Therapie für den Rücken erwies. Ein Fernsehbeitrag über einen behäbigen Journalisten, der es zum Ironman schaffte, brachte den Motivationsschub. "Danach habe ich mir gesagt, das kannst du auch!" Nach einem Jahr Vorbereitungszeit startete er 2008 beim Zürich Ironman – seitdem ziert ein Tattoo mit dem Ironman-Logo seine rechte Läuferwade.
Als Konkurrenten verstehen sie sich nicht – weder beruflich noch sportlich. Alle starten in unterschiedlichen Altersklassen und haben unterschiedliche Ziele. Andreas Ott geht es "um’s Durchkommen und Spaß haben – und das möglichst unter 15 Stunden und schmerzfrei." Christoph Wermuth peilt "unter 13 Stunden an", Reinhardt Börner müsste 11,5 Stunden schaffen, wollte er ein Startticket für Hawaii ergattern. Viel Hoffnung macht er sich nicht: Die Vorbereitung war aufgrund Verletzungen und mangelnder Trainingseinheiten nicht optimal.
Bedingt durch die unterschiedlichen Arbeitszeiten muss das Training entsprechend geplant werden – oft früh morgens oder spät nachts. So klappt es auch nur selten, dass alle drei eine Trainingseinheit zusammen einlegen können. Bei den Gästen kommen die sportlichen Ambitionen der Gastronomen indes gut an. " Man bekommt ein seriöses Image bei den Kunden," meint Andreas Ott. Die beiden anderen stimmen zu. "Viele Gäste schätzen das und sprechen uns darauf an."
Obwohl Beruf und Training sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, haben alle noch andere Interessen: Andreas Ott macht regelmäßig Yoga, Christoph Wermuth ist als Pilzsachverständiger tätig, Reinhardt Börner, Ortsvorsteher von Eichsel, ist gelernter Glasbläser. Der Triathlon verlange zwar viel Disziplin und Zeit, erklärt Christoph Wermuth, doch so könne man vieles verarbeiten:"Man wird frei im Kopf." "Im Geschäft bin ich viel ausgeglichener, davon profitieren dann alle," stimmt Andreas Ott zu.
Autor: bcm
