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09. Februar 2015

"Es het halt wieder alles g’passt!"

27 und einen halben Meter hoch ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Fasnacht, das seit Samstag auf dem Lindenplatz steht.

  1. Mit Muskelkraft: Über 1500 Zuschauer verfolgten das Spektakel und feuerten die Räbbuure und Rhy-Waggis an. Foto: SEDLAK

WEIL AM RHEIN. Strahlender Sonnenschein beim Setzen des Narrenbaumes am Lindenplatz: Als weithin sichtbares Zeichen, dass sich die Fasnachtssaison ihrem Höhepunkt nähert, steht ein prächtiger 27,50 Meter großer Narrenbaum im historischen Ortskern von Altweil. Mit Krafteinsatz, fasnachtlichem Rahmenprogramm und einer Menge Zuschauer wurde das Wahrzeichen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht am Samstagnachmittag aufgestellt.

Etwa 1500 Zuschauer verfolgten das Spektakel, das pünktlich um 15 Uhr mit dem Einmarsch der Zinke-Waggis begann. Hinter ihnen schleppten die Räbbuure und Rhy-Waggis den bereits sauber zurechtgestutzten Narrenbaum auf den Platz. Verstärkt wurden die beiden Cliquen von Justizminister Rainer Stickelberger und dem Bundestagsabgeordneten Armin Schuster. Der Baum wurde diesmal von drei Mitgliedern der Zinke-Waggis, Kevin Kurz, Markus Wenk und Tobias Butzer, gestiftet. Das Setzen des Narrenbaumes ist nicht nur der Startschuss für die Straßenfasnacht und somit ein freudiger und heiterer Anlass, sondern vor allem auch harte Arbeit, die Muskelkraft und Augenmaß verlangt.

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Während Hansi Bauer für den verhinderten Vorsitzenden der IG Stroßefasnacht Markus Pittorf auch eine stattliche Zahl von närrischen Ehrengästen, darunter den Chef des "Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte" (VON) Narrenmeister Klaus-Peter Klein aus Weil am Rhein und Dreiländereck-Narrenvogt Markus Meßmer aus Maulburg willkommen hieß, hörte man das erste Hau-Ruck an den Sticheln, den hölzernen Stangen, mit denen per Zacken-Kette der Narrenbaum in die Verankerung gehievt wird. Zum siebten Mal übernahm Tobias Nordmann das Kommando beim Setzen des Baumes.

Bereits 1982 wurde der alte Brauch in Altweil wieder eingeführt und wird seither in jedem Jahr, mit Ausnahme von 1991 (Golfkrieg), erfolgreich wiederholt. Angefeuert von den schmissigen Klängen der Guggemusik Zinke-Waggis wurde der Baum Stück für Stück nach oben gehievt.

"Hassa" Dauter, Hans-Peter Bader und Wolfgang Diewald übernahmen wieder das Zeremoniell auf offenem und wärmendem Feuer herrlich duftende und fein schmeckende Speckeier zu braten, die diesmal spontan vom Stammtisch des Gasthauses Sonne in Kandern spendiert wurden – nachdem die Kanderner vom Schlagen des Narrenbaums so beeindruckt waren.

Um 16.13 Uhr flutschte der "Narrebaum" mit einem dumpfen Laut und unter anerkennendem Beifall der Zuschauer in das Loch auf dem Lindenplatz. Räbbuure-Chef "Dolder-Wolfi" Wolfgang Hanser, der 26 Mal bei Wind und Wetter problemlos seinen "Job" erfüllte hatte, half seinem Nachfolger als Baumkletterer, Zsolt "Isti" Istenes, in die Steigeisen. Dieser erklomm zum fünften Mal den Narrenbaum und brachte den von Horst Bache geflochtenen Tannen-Reisig-Ring mit den hölzernen Symbolfiguren der Buurefasnacht unter der Krone an.

Hansi Bauer verlas den Baumspruch: Jetzt stoht de Baum, groß un g’sund, D’fasnachtszit dure, öbbe 400 Stund. Als unser Fasnachtsymbol stoht er do, schütz unsere Wiler Fasnacht, denn die mueß m’r uns loh. Du Narrebaum bring uns viel Freud und blieb stoh, mir alle danke mit dreimal Wileri, Wilero.

Heitere Stimmung herrschte beim Narrebaumfest bis in den Abend hinein. "Es het halt wieder alles g’passt", freute sich Narrebaum-Bammert Tobias Nordmann.

Autor: Norbert Sedlak