Erklär’s mir

Wie behandelt man einen Schiedsrichter?

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Mo, 10. September 2018 um 12:48 Uhr

Erklär's mir

Ein Schiedsrichter soll dafür sorgen, dass es auf dem Spielfeld fair zugeht. Seine Entscheidungen werden aber nicht immer akzeptiert. Darum gibt es Regeln, die den Schiedsrichter schützen.

Die amerikanische Tennisspielerin Serena Williams ist mit dem Schiedsrichter Carlos Ramos ziemlich wüst umgegangen. Im Finale des großen Turniers von New York beschimpfte sie ihn. Sie warf ihm vor, ein Dieb zu sein, weil er ihr einen Punkt abgezogen hatte. Sie behauptete sogar, dass Ramos sie nur deshalb so schlecht behandle, weil er ein Feind der Frauen sei. Dabei hat Williams einfach nur schlecht Tennis gespielt und deshalb verdient verloren gegen die Japanerin Naomi Osaka. Es kommt sehr oft vor, dass Sportlerinnen und Sportler einen Schiedsrichter beschimpfen. Aber das ist im Sport nicht erlaubt. Die Regeln des Sports schützen Schiedsrichter, denn sie müssen oft schwierige Entscheidungen in sehr kurzer Zeit treffen und dürfen sich dabei von niemandem beeinflussen lassen. Im Tennis geht man normalerweise besonders höflich miteinander um. Das Wort "Dieb" gilt da schon als schwere Beleidigung. Es gibt sogar Sportarten, bei denen die Spieler den Schiedsrichter nicht einmal ansprechen dürfen – im Rugby zum Beispiel. Nur der Kapitän des Teams darf das tun. Es passiert immer wieder, dass ein Schiedsrichter zum Sündenbock gemacht wird – zu demjenigen, der angeblich an allem schuld hat. Aber meistens sind die Spielerinnen und Spieler schon selber schuld, wenn sie verlieren. Es wäre schön, wenn sie den Schiedsrichter respektieren würden, denn er hat eine schwierige Aufgabe.