Der Verkehrsfluss bleibt erhalten

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Do, 29. Dezember 2016

Winden im Elztal

Regierungspräsidium reagiert auf Debatte im oberen Elztal / Straßenbau im Zeitplan / Keine Erschwernis für Schienenersatzverkehr.

WINDEN/ELZACH. Der Bau der Ortsumfahrung B 294 Winden wird noch häufig für Gesprächsstoff sorgen. Wichtig ist, dass er auch mit dem Verständnis der Bevölkerung vor Ort abläuft, der die Umfahrung letztlich durch Entlastung von Verkehrslärm und Abgasen zugute kommt. So sieht es das Regierungspräsidium, das auf jüngste Besorgnisse in einem Pressegespräch reagiert hat.

Im Dezember kochte im oberen Elztal – in politischen Verlautbarungen und darüber hinaus – eine Debatte über Einschränkungen beim Bau der Ortsumfahrung Oberwinden hoch. Anlass war die Verlautbarung der Deutschen Bahn, dass sich die Fertigstellung der Elektrifizierung der Elztalbahn wegen der Vielzahl an Einwänden im Planfeststellungsverfahren auf 2019 verzögern könnte. Es wurde auch von einem drohenden "Verkehrsinfarkt" gesprochen, also ein zeitweiser Totalausfall der Anbindung Elzachs in den Raum gestellt.

Das wird nicht so sein. Dem Regierungspräsidium Freiburg (RP) – bis hinauf in die Spitze des Amtes – liegt hier an einer Klarstellung. Bei der jüngsten Einwohnerversammlung in Winden hatte Heidi Götz, Abteilungsleiterin im RP, zwar eingeräumt, dass es in der Zeit des Tunnelbaus – für die Anwohner in Oberwinden – zu Belastungen kommen werde (BZ berichtete). Das werde nicht zu vermeiden sein. Äußerungen von dritter Seite, die zusätzliche Erschwernisse für den Durchgangsverkehr behaupten und geeignet sind, Panik zu verbreiten, werden im RP aber als unbegründet angesehen. Dies teilte Diplomingenieur Daniel Haberstroh, Bauleiter in Winden, in einem Pressegespräch der BZ mit.

Bereits Anfang Dezember hat es im Regierungspräsidium ein Koordinierungsgespräch mit Vertretern der Deutsche Bahn Netze AG und dem Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF), dem Betreiber der Elztalbahn, gegeben. Zwischen beiden Projekten, Straßenbau und Bahnerneuerung, gebe es also eine ständige Abstimmung, sagte Haberstroh. Schon im Planfeststellungsbeschluss für die B 294 wurde auch eine detaillierte Zeitplanung verankert. Dabei werde es unverändert bleiben.

Im Jahr 2017 werden also die fünf Brücken in Niederwinden fertig gestellt. Drei von ihnen sind im Bau, die neue Brücke über die Elz und zwei Brückenbauwerke der Bahn. Der Baubeginn bei den anderen Brücken folgt im Jahresverlauf. 2017 wird auch das Ausschreibungsverfahren für den gesamten Straßenbau in Niederwinden abgewickelt. Baubeginn wird Anfang 2018 sein. Die Bauzeit dafür beträgt 15 Monate. Das bedeutet: Im ersten Quartal 2019 wird die Umfahrung Niederwinden fertig sein.

Im Jahr 2018 beginnen auch die Vorarbeiten in Oberwinden. Dabei wird die Umfahrung der späteren Tunnelbaustelle schon komplett fertig gestellt. Bei ihr handelt es sich um das künftige Anschlussohr Oberwinden West, also die Straße vom Gasthaus "Sonne" bis zum Gewerbegebiet Frohnacker I zuzüglich der während des Vortunnelbaus nötigen, provisorischen Verlängerung. Die Einmündung in die B 294 wird dadurch vorübergehend etwa 120 Meter versetzt liegen. Beim Bau des Anschlussohrs wird es eine zeitlich begrenzte Ampelregelung im Ort und am provisorischen Anschluss West geben.

Sollte sich die Elektrifizierung der Elztalbahn nun tatsächlich bis ins Jahr 2019 verzögern, so ergäbe sich folgende Situation. An der gesamten B 294 in Winden werden keine Lichtanlagen mehr stehen. Die Umfahrung Niederwinden mit den beiden Knotenpunkten wird fertig sein, bis die Bahn anfängt. Beim Tunnelanschlag oberhalb von Oberwinden im Spätjahr 2019 wird es nur bei den ersten Sprengungen kurzzeitige Stopps geben. In Oberwinden selbst wird die provisorische Umfahrung der Baustelle fertig sein. Es wird also – auch bei Verzögerungen beim Bahnausbau – keine zusätzlichen Beeinträchtigungen für den Verkehrsfluss auf der Straße geben, auch nicht für den Schienenersatzverkehr, so Daniel Haberstroh. Die Verkehrslage werde aufgrund freier Fahrt an Niederwinden vorbei sogar günstiger sein. Durch eine Verschiebung werden die Arbeiten an den beiden Projekten also eher "entzerrt".