Eine Bauernhof-Posse voll Trubel und Wortwitz

Helmut Häringer

Von Helmut Häringer

Di, 29. Dezember 2009

Winden im Elztal

Das kurzweilige Stück "Alles bestens geregelt" des Musikvereins Niederwinden sorgte für zahlreiche Lacher / Lustspiel voller Verwicklungen und brisanter Charaktere

WINDEN. Ein Weihnachtstheater hatte der Musikverein Niederwinden dieses Jahr wieder auf die Beine gestellt. Vor ausverkaufter Halle spielte die Laienspielgruppe unter Leitung von August Kern das Luststück "Alles bestens geregelt" von Bernd Gombold.

Die Kulissenbauer hatten ganze Arbeit geleistet und die kleine Niederwindener Bühne in den "Steinhof" mit Wohnhaus, Gästehaus und Schuppen verwandelt. Viel Liebe zum Detail konnten die Besucher im Laufe des Abends entdecken: Da war der mit der Motorsäge aus einem Baumstamm geformte Greifvogel, die nach Körner pickenden Hühner auf dem Schuppendach oder das Wegzeichen des Schwarzwaldvereins an einem Baum.

Aber auch mit Elend wurden die Zuschauer gleich konfrontiert, in Form des Altbauern Anton, gespielt von Erich Weber. Er hatte sich an einen Stuhl gekettet, ein Schild um den Hals verkündetete: "Hungerstreik". Eigentlich sollte Opa Anton mit seiner verwitweten Schwiegertochter Rosi, gespielt von Petra Häringer, und seiner Enkelin Lisa, gespielt von Julia Storz, auf dem Hof in Frieden leben können. Aber, wie in der realen Welt, reicht die Landwirtschaft allein nicht zum Leben.

Deshalb hat Bäuerin Rosi das Geld von der Lebensversicherung ihres verstorbenen Mannes in Fremdenzimmer gesteckt. Für Opa Anton sind Feriengäste aber "lästig wie Fliegen", deshalb sein Hungerstreik. Seine attraktive Enkelin Lisa hat da ganz andere Sorgen. Sie hat heftiges Verlangen nach dem Mann fürs Leben, aber es will ihr einfach nicht der richtige über den Weg laufen. Ständige Besucherin ist auch die sehr, sehr sparsame Nachbarin Brunhilde (Katharina Schmieder) die keine Gelegenheit auslässt, etwas abzustauben. So kommen Verwicklungen, die für einen lustigen Theaterabend erforderlich sind, in Gang, als die ersten "Fremden" auf dem Hof erscheinen. Für Ordnung und Sauberkeit will Klara, die von Karin Schill gespielte Mutter der Bäuerin, sorgen. Das führt zu den ersten Konflikten mit Opa Anton. Der Wanderer Reiner (Christoph Mayer) hat sich nur zufällig auf den Hof verlaufen, kann aber nicht verhindern, dass er mit dem Tierarzt verwechselt wird. So bringt er ein Stierkalb zur Welt und soll auch noch die beste Kuh im Stall besamen. Der größte Störer ist jedoch der erste Feriengast, Hans Joachim Hassmich, gespielt von Stefan Schill, ein allein lebender Frauenhasser und Autor anti-feministischer Literatur. Für weitere Verwirrung sorgt Gustav Glitzer (Claude Bührer) der wegen einer Heiratsanzeigeauf den Steinhof gekommen ist. Verfasser des Textes ist natürlich Opa Anton, der so die Frauenherrschaft am Hofe brechen will.

Das brisante Feld der Protagonisten bot viel Gelegenheit zu Wortwitz und Aktion, bevor sich alles dem glücklichen Ende zuwendete. Das beginnt, als – in Gestalt von Sonja (Marianne Schindler) – die Freundin des angeblichen Frauenhassers auf dem Hof erscheint. Opa Anton findet durch eine Abhörmaßnahme heraus, dass Frauenhasser Hassmich unter dem Pseudonym "Britta von Schwalbach" für eine Frauenzeitschrift schreibt. Er lässt sich sein Schweigen in Form einer kleinen Erpressung abkaufen – und die Geldsorgen des Steinhofs sind gelöst, Feriengäste somit künftig nicht mehr nötig.

Ein tolles Bühnenbild, tolle schauspielerischen Leistungen von den "alten Hasen" und von den beiden Theater-Neulingen Lisa Storz und Marianne Schindler haben das Publikum begeistert.