Die Enten enden auf der Mistgabel

unseren Agenturen und Bernhard Walker

Von unseren Agenturen & Bernhard Walker

Mo, 22. Dezember 2014

Wirtschaft

Ein großer Abnehmer zeigt Geflügelmastbetrieb wegen angeblicher Tierquälerei an.

FRANKFURT AN DER ODER. Nach Vorwürfen der Tierquälerei gegen einen Entenmastbetrieb in Brandenburg hat der Käufer der Tiere Konsequenzen gezogen. Das Unternehmen Fläminger Entenspezialitäten kündigte dem Betrieb fristlos und stellte Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Der Käufer der Enten ist sprachlos

Zuerst hatte Spiegel Online über den Vorfall berichtet. Auf einem Video der Tierschutzorganisation Animal Equality, das heimlich entstanden sein soll, war zu sehen, wie Enten in einem Stall mit einer Mistgabel erschlagen und aufgespießt werden. Die Vorfälle spielten sich nach Angaben der Aktivisten Anfang Dezember ab. Der Mastbetrieb war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) konnte den Eingang der Strafanzeige, die am Donnerstag gestellt worden sein soll, zunächst nicht bestätigen. Auch Animal Equality zeigte nach eigenen Angaben den Betrieb an. Ein Sprecher der Fläminger Entenspezialitäten, die ihren Sitz in Sachsen-Anhalt hat, sagte über das Video:"Das hat uns sprachlos gemacht." Es sei nicht nachvollziehbar, wie so etwas trotz regelmäßiger Schulungen, Richtlinien und Kontrollen passieren könne.

Die Fläminger Entenspezialitäten ist eine Tochtergesellschaft der PHW-Gruppe, die etwa unter der Marke Wiesenhof Geflügel vertreibt. Wiesenhof ist Trikotsponsor des Fußball-Bundesligaclubs Werder Bremen. Ob auch Enten von dem Betrieb aus Ostbrandenburg unter dieser Marke verkauft wurden, blieb laut Unternehmenssprecher zunächst unklar.

Gericht bestätigt Tierhaltungsverbot

Am Freitag hatte der umstrittene Ferkelzüchter Adrianus Straathof mitgeteilt, dass er als Geschäftsführer seiner Unternehmen zurücktritt. Nach unbestätigten Berichten produzieren seine Betriebe 1,5 Millionen Ferkel pro Jahr. Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt abgelehnt, das gegen Straathof verhängte Tierhaltungsverbot vorläufig auszusetzen. Als Begründung hatten die Behörden unter anderem unbehandelte Verletzungen und Erkranken, nicht sachgerechte Anwendung von Arzneimitteln und das Töten von Ferkeln ohne vernünftigen Grund genannt.