Hochzeitsmesse Interbride

Heiraten in Deutschland ist oft eine teure Angelegenheit

dpa

Von dpa

So, 16. Juni 2013 um 17:47 Uhr

Wirtschaft

Wer klassisch heiraten will, muss in der Bundesrepublik tief in die Tasche greifen: Ein vierstelliger Betrag ist meist allein fürs Brautkleid fällig - dessen klassisches Weiß derweil auf dem Rückzug ist.

Der Traum in Weiß wird für immer mehr Bräute zum teuren Traum in Latte macchiato. Gerade noch knapp jede zehnte Braut tritt klassisch in Weiß zum großen Tag an, berichtet die Brautmodenexpertin und Sprecherin der neuen Messe Interbride Hiltrud Becher. Beliebt seien Cremetöne in allen Schattierungen. Ganz modische Kandidatinnen wagten sich sogar in schwarze oder rote Kreationen. Zu besichtigen sind die Trends in der Düsseldorfer Messe – allerdings nur für Fachbesucher.

Mehr als 2000 Euro fürs Kleid sind keine Seltenheit

Mit Kosten von durchschnittlich 800 bis 1200 Euro je Kleid müssen angehende Bräute oft tief in die Tasche greifen. Im Angebot sind aber auch deutlich teurere Modelle für mehr als 2000 Euro. Auf die Kundinnen warten jede Menge Taft und Tüll, aber auch Korsagen, Schleier und Schleppen.

Für den Anzug etwa in Midnight Blue oder Taupe muss der gepflegte Bräutigam zusätzlich noch einmal schätzungsweise 800 bis 1000 Euro hinlegen. Billig-Konkurrenz findet sich aber auch zunehmend im Internet. Doch mit der noblen Ausstattung ist es noch lange nicht getan. Auf durchschnittlich 13 000 Euro schätzt Hochzeitsplanerin Daniela Jost, Inhaberin der Agentur Traumhochzeit, die Kosten für eine klassische Hochzeit.

Auch Hochzeits-Fußmatten sind im Angebot

Die Möglichkeiten fürs Geldausgeben sind dabei nahezu unbegrenzt und beschränken sich schon lange nicht mehr auf Torte, Buffet, Brautstrauß und Live-Band. Im Angebot sind etwa spezielle Freudentränen-Taschentücher oder Hochzeits-Fußmatten (Just Married). Eigene Anbieter kümmern sich um die fachgerechte Ausstattung für den Junggesellen- und Junggesellinnen-Abschied.



Wer die Dienste eines Hochzeitsplaners in Anspruch nehmen will, muss dafür mit einem Honorar in Höhe von rund 15 Prozent der Gesamtkosten rechnen, berichtet Jost. Auf die Unterstützung von Profis setze derzeit eher nur eine kleine Minderheit von Heiratswilligen. Groß gefeiert werde nur jede zweite Hochzeit.

Keine Schulden durchs Ja-Wort

Mit fast 380.000 Hochzeiten im Jahr 2011 hat das statistische Bundesamt in den vergangenen Jahren einen eher abnehmenden Trend zur Heiratslust verzeichnet. Wagten 1991 noch durchschnittlich 5,7 von je 1000 Bundesbürgern den Schritt, waren es 2011 nur noch 4,6. Hinzu kam ein steigendes Durchschnittsalter von 37,5 Jahren bei den Männern und 34,4 Jahren bei Frauen.

Eine teure Trauung spielt unter den Konsumwünschen keine große Rolle. Bei einer in diesem Frühjahr vorgelegten Online-Umfrage der Stuttgarter CreditPlus Bank erteilten mehr als vier von fünf der Befragten (82 Prozent) einer möglichen Verschuldung zur Finanzierung einer Hochzeit eine Absage.

Bei der Umfrage der Tochter der französischen Bankengruppe Crédit Agricole zeigten sich die größte Gruppe der Befragten (36 Prozent) bereit, maximal 5000 Euro für die Hochzeit auszugeben.

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