Keine Angst vor der Rentenerhöhung

dpa

Von dpa

Sa, 30. Juni 2018

Wirtschaft

In der Praxis werden wegen der Steigerung zum 1. Juli nur wenige Ruheständler steuerpflichtig.

Rentner können sich freuen: Am 1. Juli steigen ihre Bezüge. Im Westen um 3,22 Prozent und im Osten um 3,37 Prozent. Allerdings sind die jährlichen Rentenanpassungen für alle Rentner in voller Höhe steuerpflichtig. Stellt sich die Frage: Müssen sich Rentner jetzt gleich an das Finanzamt wenden?

"Nein", sagt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). "Die Mehrzahl der Rentner in Deutschland muss sich in der Praxis keine Gedanken um ihre Steuererklärung machen." Der Grund: Auch das steuerfreie Existenzminimum ist in diesem Jahr um 180 Euro auf 9000 Euro im Jahr gestiegen.

Außerdem können Rentner die auf die Rentenerhöhung anfallenden Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung absetzen. Das sind im Durchschnitt knapp elf Prozent der Rentenbezüge. Deshalb verändert sich die steuerliche Situation erst, wenn die Rente 2018 um mehr als 200 Euro gegenüber dem Vorjahr steigt – dafür ist die Rentensteigerung bei Weitem nicht hoch genug. Wer aufgrund geringer Rente bisher keine Steuererklärung abgeben musste, braucht laut Rauhöft in der Regel auch nach der Anpassung keine Steuerbelastung zu befürchten. Nur für einzelne Rentner im Beitragsgebiet West mit Rentenbeginn vor 2007 und im Beitragsgebiet Ost mit Rentenbeginn vor 2010 kann wegen der stärkeren Anhebung erstmals eine geringe Steuerbelastung entstehen. Solange keine weiteren Einkünfte vorliegen, sind für Neurentner des Jahres 2018 monatliche Rentenzahlungen in Höhe von etwa 1185 Euro steuerfrei. Für Ehepaare verdoppeln sich die Werte. Wer mit seiner Monatsrente nach der Anpassung diese Werte nicht überschreitet, muss keine Steuernachzahlung fürchten.