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29. Juni 2015

Tabakwerbung soll weg

Agrarminister für Verbot.

BERLIN (AFP). Werbung für Zigaretten, Zigarren und andere Tabakprodukte sollen nach dem Willen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Deutschland komplett verboten werden. Künftig solle auch im Kino und auf Plakaten nicht mehr für Tabakprodukte geworben werden dürfen, kündigte Schmidt in der Bild-Zeitung an. Die Zigarettenindustrie kritisierte die Pläne als "wirtschaftspolitischen Dammbruch".

Deutschland ist Schmidt zufolge neben Bulgarien das einzige Land in der Europäischen Union, in dem die Außenwerbung für Zigaretten noch erlaubt ist. "Dies konterkariert unsere intensiven Bemühungen in der Tabakprävention gerade bei Kindern und Jugendlichen", sagte der Minister. Deshalb strebe er ein Verbot der Außenwerbung mit Plakaten sowie der Kinowerbung für Tabakerzeugnisse und elektronische Zigaretten an. "Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine allgegenwärtige Werbung in der Öffentlichkeit den Einstieg in das Rauchen aktiv fördert."

Schmidts Parteifreundin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), fordert schon länger ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte. Das Bundeswirtschaftsministerium verwies auf Anfrage darauf, dass das Haus von Schmidt dafür zuständig sei, ein Gesetz zur Umsetzung der Tabakprodukt-Richtlinie der EU vorzulegen. Die Richtlinie müsse bis zum 20. Mai kommenden Jahres in nationales Recht umgesetzt werden. Sie schreibt vor, dass spätestens ab 2017 auf Zigarettenpackungen abschreckende Bilder prangen müssen.

Werbung


Der Deutsche Zigarettenverband kritisierte, bereits heute unterliege die Werbung für Tabakerzeugnisse starken Einschränkungen und rigiden Vorgaben.

Autor: osa