Trend

Zahl der Falschfahrer-Unfälle mit Verletzten im Land steigt

Anika Maldacker und dpa

Von Anika Maldacker & dpa

Fr, 21. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Südwest

Die Zahl der Falschfahrer-Unfälle im Land steigt. Schon jetzt gab es Berichten zufolge mehr solcher Unfälle mit Verletzten als 2016. In Südbaden zeichnet sich der Trend nur leicht ab.

Im ersten Halbjahr gab es auf Autobahnen und Bundesstraßen im Land neun solcher Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Im gesamten vergangenen Jahr waren es sieben, wie die Stuttgarter Nachrichten am Donnerstag unter Berufung auf das Innenministerium berichten. Die Zahl der Verletzten liegt mit 14 bereits jetzt über dem Niveau des Vorjahres, als zehn Menschen verletzt wurden.

In Südbaden macht sich diese Entwicklung bisher nur leicht bemerkbar. Im Einzugsbereich des Offenburger Polizeipräsidiums ereignete sich sowohl 2016 wie 2017 nur je ein Falschfahrer-Unfall, die Zahl der Verletzten stieg jedoch. 2016 verletzte sich zwischen Rastatt und Gaggenau eine Person bei einem Geisterfahrer-Unfall. 2017 kamen bei Gengenbach drei Menschen leicht zu Schaden – beide Male flüchteten die Verursacher.

Das Polizeipräsidium Freiburg hat im Jahr 2017 in seinem Bereich noch keinen Falschfahrer-Unfall verzeichnet. 2016 waren es drei Unfälle: einer auf der B 294 bei Gundelfingen und zwei auf der A 98 zwischen Weil am Rhein und der Anschlussstelle Kandern. In zwei Fällen versuchte der Falschfahrer noch, den Fehler mit einem Wendemanöver zu korrigieren. Ein tragischer Fall ereignete sich 2013: Ein Lehrer fuhr bei Weil am Rhein korrekt auf die A 5 Richtung Freiburg auf. Dann wendete er und kollidierte mit einem richtig fahrenden Bus. Der Falschfahrer starb an der Unfallstelle.

Trends bei Alter oder Drogenkonsum lassen sich daraus nicht ablesen. Zwei der fünf Unfallverursacher waren Senioren. Falschfahrer-Unfälle werden erst seit 2016 statistisch gesondert erfasst.

Um Unfälle wegen Geisterfahrern zu verhindern, war am Wochenende an der Bundesstraße 29 bei Lorch eine spezielle Fahrbahnmarkierung angebracht worden. Falschfahrer sollen so wachgerüttelt und mit akustischen Signalen alarmiert werden.

Zudem stellte sich heraus, dass die Polizei im Land die Falschfahrer-Unfälle lange falsch erfasst hatte. Gezählt worden seien auch Unfälle in Einbahnstraßen und nicht wie vorgeschrieben nur auf mehrspurigen, räumlich getrennten Fahrbahnen. So sei es zu irreführenden Zahlen gekommen: Zunächst wurden 2016 demnach 52 Falschfahrer-Unfälle im Land ausgewiesen. Tatsächlich gab es nur 16 Falschfahrer-Unfälle, sieben mit Verletzten.

In den vergangenen Monaten ereigneten sich auch einige tödliche Unfälle wegen Geisterfahrern. Auf der B 29 starben im Januar eine 72 Jahre alte Falschfahrerin und der 20-jährige Fahrer des entgegenkommenden Autos. Im Südwesten zählte der Verkehrswarndienst 2016 410 Warnmeldungen, 2015 waren es 392.