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01. April 2011

Aufräumen am Jaspisbergwerk

Die Bergwacht sicherte Helfer des Museumsfördervereins am Fels / Ab 2012 sollen Führungen wieder möglich werden.

  1. Bergwerk Kleinkems Foto: Jutta Schütz

KLEINKEMS. Das Jaspisbergwerk in Kleinkems ist seit 2007 aus Sicherheitsgründen für Besucher nicht zugänglich. Nach wie vor bemüht sich der Förderkreis Museum in der Alten Schule jedoch darum, dass das Bergwerk aus der Steinzeit möglichst bald wieder für Führungen geöffnet werden kann. Heinz Graf von der Gemeindeentwicklungsgesellschaft, die sich um die Umgestaltung des angrenzenden Zementiareals kümmert, hat nun zugesichert, dass in der nächsten Zeit ein Zugang geschaffen werden soll, so dass Führungen ab 2012 wieder möglich werden könnten.

Kürzlich gab es am Bergwerk, das am nordwestlichen Ende des ehemaligen Zementiareals liegt, einen besonderen Termin. Helga Meier vom Museumsförderkreis und Helfer Rudolf Schmidt hatten sich vorgenommen, am Bergwerk Sträucher und Ranken zu entfernen und den Zustand des Steinzeit-Bergwerks in Augenschein zu nehmen. Da allerdings jetzt der Zugang zum Bergwerk über feste Leitern fehlt, fragte sich Helga Meier, wie man die rund fünf Meter Felswand zum Eingang überwinden könnte. Eine Rampe immerhin ist unterhalb der Felsen schon angeschüttet. Und so kam die Bergwacht Istein ins Spiel. Für Guido Strack und Dominik Baumann von der Bergwacht-Ortsgruppe war der Termin eine gute Übung. Sie erklärten sich sofort bereit, für einen sicheren Aufstieg zum Bergwerk zu sorgen. Bachmann und Strack stellten eine lange Aluleiter und legten Seile um eine Felssäule im Bergwerk. Beide Bergwacht-Helfer sicherten nun den Aufstieg und den Abstieg über die recht wackelige Leiter, wobei Strack darauf bestand, dass Meier und Schmidt Gurte anlegten. Brombeeren rankten über Zugänge, ein morscher Stamm war vom Fels gefallen und versperrte einen Zugang. Schmidt machte sich gleich ans Aufräumen, zeigte aber Strack und Baumann auch die Vertiefungen im Fels, aus denen steinzeitliche Bergleute einmal Jaspis-Knollen herausgebrochen hatten. Schmidt konnte sich zudem genau daran erinnern, wo im Feld noch Jaspis direkt in der Felswand unterhalb der Höhlen zu sehen war. Er entfernte Gras und Moos und fand schnell die glitzernden Knollen wieder. "Eigentlich sieht man, wenn man eine Laie ist, nur die interessanten Höhlungen und kleinen Gänge im Fels", erläuterte Helga Meier. Wie dort gearbeitet worden sei und welche Werkzeuge mit Jaspis hergestellt wurden – das könne eine Führung erklären.

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Schmidt ist selbst von Jaspis-Funden fasziniert. Auf dem ehemaligen Gelände der Zementi findet sich noch einiges, bestätigte er – auch auf den Wegen oberhalb des ehemaligen Zementiareals, dort wo die Bagger unterwegs waren. Einmal wieder sicher abgeseilt, machte sich Helga Meier entlang der Felswand auf die Suche. Im Geröll am Fuß der Wand wurden sie und Schmidt schnell fündig. Jaspis schimmerte aus aufgebrochenen Knollen, kleine glatte, messerscharfe Jaspis-stücke liegen am Fuß der Wand zwischen Kalksteinen. Zeitgleich entdecken die beiden Steinsammler eine riesige, unbeschädigte Jaspisknolle. "Die nehme ich als Anschauungsmaterial fürs Museum und für die kommende Ausstellung mit", sagt Helga Meier.

Die Ausstellung "Allerley gefärbter Quarz, der Markgräfler Jaspis durch die Jahrtausende," Teil zwei, eröffnet am Freitag, 15. April, um 18.30 Uhr im Dachgeschoss des Museums "Alte Schule" in Efringen-Kirchen

Autor: Jutta Schütz