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05. Januar 2012

Freiburg trotzt wieder dem Trend

Kaum oder kein Mitgliederschwund bei FDP, CDU und SPD.

Freiburg gegen den Rest des Landes: Während CDU, SPD und FDP im Südwesten teils unter massivem Mitgliederschwund leiden, verlieren die Freiburger Kreisverbände wenig bis nix. Die Grünen dagegen sind Mainstream: Sie legen ordentlich zu und entsprechen damit dem Landestrend.

2011 war für die Grünen spektakulär, findet Kreisvorsitzende Hannegret Bauß. Die Freiburger haben 538 Mitglieder und damit 14,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die meisten Neuen ergriffen für sie rund um die Landtagswahl Partei. Es gab neun Austritte, aber nicht wegen der Volksabstimmung zu Stuttgart 21, sagt Bauß. "Man kann so eine Abstimmung verlieren und an Ansehen gewinnen." Freiburg ist nach Stuttgart der größte Kreisverband im Land, da ist wachsen schwieriger als bei kleinen, dennoch liegt das Plus noch über dem Landesschnitt von 14 Prozent. Für Hannegret Bauß nicht genug: "Ich will nicht raffgierig werden, aber wir müssen mehr werden." Mitgliedsbeiträge sind nicht nur für Regierungsparteien eine wichtige Einnahmequelle, sondern für alle.

Auch für die FDP. Die trotzt in Freiburg dem Trend. Landesweit laufen den Liberalen Mitglieder davon, sie verzeichneten im Krisenjahr 2011 ein Minus von gut 8 Prozent. "Vor Ort ist die Welt noch in Ordnung", sagt der Kreisvorsitzende Sascha Fiek. Trotz verlorener Landtagswahl und Turbulenzen im Bund gab es in Freiburg nur 17 Aus- und 14 Eintritte – bleiben 201 Mitglieder, das sind 1,5 Prozent weniger als 2010. Woran’s liegt? "Gute Stimmung und gute Zusammenarbeit", meint Fiek. Er ist froh über die Entwicklung.

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An der 1000er-Marke kratzt der SPD-Kreisverband: "Es fehlen uns 35", sagt SPD-Chef Walter Krögner. 965 Genossen sind es nach Ein- und Austritten, letztere zum Beispiel wegen Stuttgart 21. Unterm Strich gehen sie mit plus-minus Null aus dem alten Jahr, sagt Krögner. Im Land beträgt der Verlust 1,8 Prozent. "Wir sind mit Rottweil der einzige Kreisverband, der gleichgeblieben ist." Krögner sieht die Gründe in der Zusammenarbeit mit Verbänden, bei rührigen Jusos und den politisch Handelnden in Berlin, Stuttgart und Freiburg. Dass die SPD Ortsvereine fusioniert hat (von ehemals 16 gibt es noch 13), liege nicht an der Mitgliedsstärke: "Das ist eine personelle Frage." Die stellt sich aktuell am Tuniberg. Noch sei nichts geplant, manchmal finde sich auch eine neue Führungsperson.

"Wir schlagen uns tapfer."

Wie die SPD macht auch die CDU immer mal wieder Extra-Aktionen für neue Mitglieder. Die Bilanz zum Jahr, in dem die CDU die Macht im Land verlor, liegt noch nicht vor, aber Ende Oktober hatten die Freiburger 1112 Mitglieder. Das sind 1,2 Prozent weniger als Ende 2010. Ob noch Eintritte zu verbuchen sind, kann der Vorsitzende Klaus Schüle nicht sagen. Die Jahre zuvor sei die CDU Freiburg stabil geblieben. Aber soviel steht für ihn schon fest: "Im Vergleich schlagen wir uns tapfer." Landesweit lag das Minus 2011 bei 1,7 Prozent. Die CDU ist nichtsdestotrotz noch die größte Partei in der Stadt. "Jetzt müssen wir nur noch daran arbeiten, dass sich das in Wahlerfolgen niederschlägt", sagt der ehemalige Landtagsabgeordnete und lacht.

Autor: Simone Höhl