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23. April 2012

Baugebiet am Ruhbankweg

MüNSTERECK: Eine Idylle mit Verfallsdatum

Aus der Ferne betrachtet – sagen wir mal von einer Amtsstube aus mit dem Blick auf den Stadtplan – sieht es aus wie ein grüner Fleck an der Bahnlinie inmitten von Wohngebieten. Warum sollte man diese (Bau-)Lücke nicht schließen? Aus der Nähe betrachtet ist das Gelände rund um den namensgebenden Ruhbankweg dann doch ein Bio- und Soziotop besonderer Art. Es ist eins der wenigen Überbleibsel des alten Bauerndorfes St. Georgen, das vor mehr als 70 Jahren gegen seinen Willen in die große Stadt Freiburg eingemeindet wurde. Da gibt es zum Beispiel Wiesen und emsig bestellte Gärten, die so gar nichts mit DIN-genormten Schrebergärten zu tun haben, ein verfallenes Gewächshaus, durch dessen geborstene Scheiben längst Äste wachsen, ein Baumhaus mit Bullerbü-Qualitäten und einen großen Folientunnel, unter dem nicht nur exotische Pflanzen wachsen, sondern auch regelmäßig Tango getanzt wird. Wenn der Ruhbankweg bebaut wird, wird das danebenliegende Quartier Wendlingen mit seinen engen Gassen endgültig zum kleinen gallischen Dorf im vorstädtischen Umfeld. Von der anderen Seite rücken ihm derzeit ja schon die Reihenhäuser im Areal Gottmersmatten-Hofacker auf die Pelle. Was auch klar ist: Solche Feld-Wald-und-Wiesen-Romantik wird nicht dazu führen, dass der Ruhbankweg auf Dauer das bleibt, was er ist. Aber die Vielzahl der Eigentümer wird aller Voraussicht nach zumindest zu so langwierigen Verhandlungen führen, dass die St. Georgener sich ohne Zeitdruck von ihrer Idylle am Bahndamm verabschieden können.

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Autor: Thomas Jäger