Noch mehr Wurststände für den Freiburger Münsterplatz

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Sa, 04. Juni 2011

Freiburg

Gemeinderat über die Lange-Rote-Ausschreibung: Zahl der Stände soll um drei erhöht werden.

Die Welt redet über Gurken, Tomaten und Co, doch in Freiburg, da geht es um die Wurst. Der Gemeinderat entscheidet am Dienstag über die Neuausschreibung der Wurststände auf dem Münsterplatz, so wie es eine EU-Vorschrift erfordert. Der Vorschlag der Stadt: Die Zahl der Lange-Roten-Verkaufsstellen am Vormittag soll von fünf auf sieben erhöht werden. Zusätzlich soll noch ein Stand mit "regionalem vegetarischem Angebot" hinzukommen.

Vier Wurstbräter gibt es am Vormittag auf der Nordseite, einen auf der Südseite – zum Teil schon jahrzehntelang versorgen Familienbetriebe die Freiburger und Touristen mit dem Wahrzeichen vom Grill. Doch nun hat eine EU-Dienstleistungsrichtlinie die Dauerlizenz zum Braten aufs Korn genommen. Stadt und FWTM (Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH) muss das Nutzungsrecht in einem neutralen und transparenten Verfahren regelmäßig neu ausschreiben. Das bisherige Auswahlkriterium "bekannt und bewährt" und die Bevorzugung der Lange-Rote-Dynastien sind damit vom Tisch.

Sicher ist schon jetzt: Künftig wird es mehr Wurststände geben – auf der Nordseite werden fünf sein, auf der Seite gegenüber dann zwei plus der Vegetarierstand. Auch die Soja- oder Tofuwurst kann lang und rot sein. "Und Soja wird hier auch regional angebaut", sagt FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann.

Die Marktkommission der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe mit ihren Mitgliedern aus dem Gemeinderat hat vergangene Woche die Auswahlkriterien festgelegt: Entscheidend sind Erfahrung im Marktwesen, Qualität, Regionalität, ob die Produkte Eigenerzeugnisse sind oder woher sie bezogen werden. Es geht auch darum, wie zuverlässig der Beschicker ist. Die endgültige Vergabe der künftig acht Stände kann am Ende sogar zum absoluten Glücksfall werden: Sind nämlich nach den aufgestellten Kriterien keine Unterschiede erkennbar, entscheidet das Los, wer auf dem Münsterplatz in den nächsten fünf Jahren am Grill stehen darf.

Die heutigen Wurstbräter wollen alle ihre Bewerbung einreichen. Sie rechnen mit viel Konkurrenz: "Das ist wie bei einer Stellenausschreibung", sagt Thomas Meier von "Meiers Wurststand" und Sprecher der Beschicker. "Man muss – nicht nur bei den Wurstständen – schauen, wie man Kriterien findet, dass der Münstermarkt in seiner Kontinuität erhalten bleibt und sich nicht jedes Jahr ändert", findet er. Erste Bewerbungen, auch aus Freiburg, sollen schon eingegangen sein.

Dennoch: FWTM-Chef Dallmann rechnet mit einem überschaubaren Bewerberfeld: "Man muss das auch wollen", sagt er zum Lange-Rote-Verkauf. Und zudem seien erst einmal hohe Investitionen nötig. Und: "Man täuscht sich beim Umsatz – es sind da auch viele Leerstunden dabei."