Nord-Süd-Verbindung

Wichtiger Abschnitt der Rad-Vorrang-Route in Freiburg eröffnet

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mo, 08. Mai 2017 um 20:38 Uhr

Freiburg

Freie Fahrt entlang der Güterbahn: In Freiburg ist die knapp eine Million Euro teure Unterführung an der Breisacher Straße eröffnet worden. Sie ist wichtiger Teil der Rad-Vorrang-Route von Süd nach Nord.

Radfahrer können künftig auf einem neuen Weg unter der Bahnbrücke durchfahren und müssen nicht wie bisher die Breisacher Straße überqueren. Bis der zweite von drei Radschnellwegen entlang der Güterbahnstrecke durch die Stadt fertig ist, werden jedoch noch mindestens zwei Jahre vergehen. 2018 soll die Strecke nach Norden hin zwischen Breisacher Straße und Altem Güterbahnhof erweitert werden. Das Land übernimmt 50 Prozent der Kosten.

"Wir wollen die Stadtteile im Süden und Norden, in denen viele Leute wohnen und arbeiten, noch besser miteinander verbinden", sagte Baubürgermeister Martin Haag bei der Eröffnung der kreuzungsfreien Unterführung für Radfahrer und Fußgänger an der Breisacher Straße. Gerade auch im Hinblick auf die städtebauliche Zäsur mit der Entstehung des neuen Quartiers am Alten Güterbahnhof sei der Ausbau des Radwegs FR2 wichtig. Das Ziel sei, den Radverkehr unabhängiger von Autoverkehr, Straßenbahngleisen, Ampeln und Kreuzungen zu machen und damit die Sicherheit zu erhöhen. Diese ließ an der Breisacher Straße und Kilianstraße, wo wegen der Einfahrt zur Uniklinik viel Verkehr herrscht, zu Wünschen übrig. Bisher mussten Radfahrer von der Kilianstraße kommend die Elsässer Straße an der Ampel und durch die engen Gitter an der Straßenbahntrasse überqueren oder verkehrswidrig auf die Linksabbiegerspur wechseln und auf dem Gehweg fahren, um wieder auf den Radweg zu kommen.

Neue Unterführung kostete 940.000 Euro

"Es muss sicher, komfortabel und schnell sein", findet Haag und denkt dabei auch an die vielen E-Bikes, die auf Freiburgs Straßen unterwegs sind. "Wir müssen den Radlern die nötige Infrastruktur bereit stellen, damit sie mit jeder Geschwindigkeit gut voran kommen", sagte der Baubürgermeister. Da sei es auch gerechtfertigt in diesem Fall mehr Geld als für übliche Radverkehrswege auszugeben. 940.000 Euro kostete allein die neue Unterführung. Das habe an den schwierigen baulichen Verhältnissen gelegen, wie Bernhard Gutzmer, Rad- und Fußverkehrsbeauftragte des Garten- und Tiefbauamtes (GuT) erklärte. So musste unter anderem eine aufwändige Stützmauer an der Böschung zur Güterbahnstrecke errichtet werden.

Ursprünglich war der neue Radweg bereits mit dem Bau der Straßenbahnlinie zur Neuen Messe geplant, konnte aber damals aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden. Schließlich sollte die Unterführung Ende 2014 fertig sein. Da sich die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn zum Grunderwerb an der Güterbahnstrecke hinzogen und planerische Veränderungen am Rande der Uniklinik nötig waren, konnte der Abschnitt jedoch erst von Herbst 2016 an gebaut und nun eingeweiht werden.

50 Prozent der Kosten trägt das Land

Das Land übernahm wie bei anderen Teilstrecken der Radschnellwege FR1 (Ost-West-Verbindung/Dreisamuferweg) und FR2 50 Prozent der Kosten. Die nächsten Etappen beim Ausbau der zweiten Route werden eine für Radfahrer bessere Überquerung der Lehener Straße und der Bau eines Radwegs an der Hartmannstraße vom Uniklinikum zum Güterbahnhofareal sein. Ziel ist eine durchgehende Strecke von Schallstadt im Süden bis nach Gundelfingen im Norden. Parallel zum Ausbau von FR2 entsteht als Bestandteil des Radkonzepts 2020 derzeit auch der dritte Radschnellweg FR3 von Zähringen über den Stühlinger ins Vauban.

Mehr zum Thema: