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15. April 2011

Genusswandern in Südbaden

St. Ottilien: Zur Einkehr erst in die Kapelle

GENUSSWANDERN IN SÜDBADEN (20 UND SCHLUSS): St. Ottilien bei Freiburg ist Wallfahrtsort, aber auch ein Lokal mit Kultfaktor.

  1. Auf einen Blick: die Wallfahrtskirche St. Ottilien und nebendran das Waldrestaurant. Foto: ingo schneider

In einer Tour gleichzeitig etwas für Leib und Seele tun? Das geht mit einer kleinen Wanderung nach St. Ottilien. Das Ausflugsziel mitten im Freiburger Stadtwald ist im wahrsten Sinne wundervoll – idyllisch gelegen, mit Restaurant, Biergarten und einer gut 500 Jahre alten Wallfahrtskirche.

Die hat"s in sich: In ihrer Grotte entspringt Quellwasser, das bei Augenleiden Wunder wirken soll. Der Legende nach hat sich für die heilige Ottilie an diesem Ort ein Felsen geöffnet, damit sie sich auf der Flucht vor ihrem Vater verstecken kann. Heute kommen Gläubige, um in der Stille zu beten, die Augen mit dem Wasser zu benetzen oder es gleich flaschenweise mitzunehmen.
Direkt neben dem Waldheiligtum kann man weltliche Bedürfnisse stillen. Zum Lokal mit Kultfaktor pilgern wochenends bei gutem Wetter ganze Ausflüglerscharen, und das seit Generationen. Der Panoramaweg vom Freiburger Schlossberg aus ist absolut familien- und kinderwagentauglich.

Der Biergarten hat ordentlich Platz an Holztischen, ist lauschig von Bäumen wie einer Uraltkastanie umstellt und sommerabends mit Laternen erleuchtet. Hier können die Großen abschalten und die Kleinen auf einem Spielplatz in Sichtweite toben. Wen Hin- und Rückmarsch nicht auslasten, kann zudem kicken, Basket- oder Volleyball spielen.

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Für Kinder gibt es auch Extras auf der Speisekarte, die zudem mit Klassikern bestückt ist. Zu denen gehören in St. Ottilien definitiv Flammkuchen, ob mit Rahm und Speck (5,90 Euro) oder Apfel und Zimt (6,20 Euro). Eigentlich ist die Küche eher international ausgerichtet (mediterrane Gnocchi mit Rumpsteak 12,80). Aber natürlich hat"s im Waldlokal auch Wurstsalat mit Brägele (7,80 Euro), Pasta und Schniposa – gängige Wanderer-Leibgerichte eben.

Wer früh genug aufbricht, kann sich an Sonn- und Feiertag auch am Brunch gütlich tun (Reservierung empfohlen). Da gibt es Müsli, Flakes, Obstsalat und Joghurts ebenso wie auch Wurst, Schinken und Käseplatten und auch Warmes (Preispro Person inklusiv einem Heissgetränk und einem Glas Orangensaft 13 Euro, Kinder unter sechs Jahren zahlen hier nichts.
Waldrestaurant St. Ottilien, Inhaber Klaus Miess, Michael Abbey, Kartäuser Straße 135, 79104 Freiburg-Ebnet, Tel. Telefon 0761/ 63230, http://www.st-ottilien.com
Öffnungszeiten: ganzjährig, April bis Oktober täglich ab 12 Uhr, sonn- und feiertags ab 10 Uhr; November bis März samstags ab 12 Uhr, sonntags ab 10 Uhr, Montag bis Freitag geschlossen.
Anfahrt: Wer nicht vom Freiburger Schwabentor aus hin und zurück wandern will, kann mit dem Auto aus Richtung Stadtmitte von der Kartäuserstraße in den Wald abbiegen (200 Meter nach der Sandfangbrücke) und nach gut 3 Kilometern über die kurvige Straße vor St. Ottilien parken. Dort ist ein großer Parkplatz. Ansonsten: Parkhaus Schlossberg, von dort zu Fuß nach oben auf den Schlossberg zum Kanonenplatz. Mit der Straßenbahnlinie 1 Haltestelle Oberlinden oder Schwabentorbrücke.

DIE TOUR

DIE TOUR

Der Weg ist für jeden etwas
Länge: 7 bis 9 Kilometer
Höhenmeter: wenige
Mit der Straßenbahnlinie 1 geht’s bis Oberlinden, am Schwabentor übers Greiffenegg den Schlossberg hoch zum Kanonenplatz. Dort unbedingt die erste Rast einlegen und den spektakulären Ausblick über die Stadt, ins Rhein- und ins Dreisamtal genießen. Vom Kanonenplatz aus immer den Schildern nach Richtung St. Ottilien gehen. Der Weg ist für jeden was: für weniger Ge(h)übte eine Wanderung, für Wanderer ein schöner Spaziergang. Er führt über 4 Kilometer fast topfeben durch den Wald und ist tauglich für geländegängige Kinderwagen. Unter

wegs gibt’s einiges zu sehen, so die längste Ruhebank der Welt oder das Hirzbergkreuz und von dort den Schönberg. Nach einer Stärkung in St. Ottilien geht’s entweder denseleben Weg zurück oder den Stationenweg (Kreuzweg) bergab Richtung Kartaus und Stadtteil Oberau, unten ein Stück abwärts auf der Asphaltstraße, die zu St. Ottilien führt, dann überquert man das Sträßlein nach Ebnet und geht auf dem Dreisamuferweg Richtung Innenstadt. Wem’s zu lange wird, kann auch bei der Musikhochschule hoch zur Straßenbahnhaltestelle Alter Meßplatz und so zum Ausgangspunkt zurück.  

Autor: bz

Autor: Simone Höhl