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11. Februar 2009 15:05 Uhr

Großeinsatz

Keine Verschütteten unter der Lawine am Seebuck

Aufatmen am Feldberg: Eine Lawine hat für einen Großeinsatz von Bergwacht, Rotem Kreuz und Polizei gesorgt – doch die Retter fanden heraus, dass unter den Schneemassen kein Mensch begraben ist.

  1. Ein Helikopter unterstützte die Rettungsteams am Boden mit einer Wärmebildkamera. Foto: Martin ganz

  2. Lawinensuche am Feldberg. Foto: dpa

  3. Die Bergwacht war mit Schneemobil im Einsatz. Foto: dpa

  4. Widrige Wetterbedingungen und viel Neuschnee machten den Einsatz schwierig. Foto: Martin ganz

Zunächst war ein Skifahrer unter den Schneemassen vermutet worden. Kurz vor 18 Uhr konnte Entwarnung gegeben und die Suche abgebrochen werden. Der Skifahrer, der in dem Gebiet beim Lawinenabgang als einziger unterwegs war, hatte auf dem Heimweg von der Suchaktion gehört und meldete sich. Ort des Geschehens am Mittwochnachmittag war der Seebuck unterhalb des Bismarck-Denkmals. Der Mann, der sich per Handy bei der Polizei meldete, hat hat vermutlich auch die Lawine in dem für Skiläufer und Snowboarder gesperrtem Gebiet ausgelöst. Die Schneemassen rutschten auf einer Breite von etwa 50 Metern rund 30 Meter nach unten.

"Zum Lawinenabgang führen mehrere Skispuren, aber keine Spur führte hinaus", sagte am Nachmittag Ralf Götz, Leiter des Rettungsdienstes des DRK in Freiburg. Das sei ein Zeichen, dass die Lawine Skifahrer unter sich begraben haben könnte. Es wurde Großalarm am höchsten Berg des Schwarzwaldes ausgelöst: Hubschrauber brachten Lawinensuchhunde auf den Feldberg. Als es dunkel wurde, wurde das Gebiet mit Scheinwerfern ausgeleuchtet, um die Suche fortsetzen zu können.

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DER NEUSCHNEE ERHÖHTE DIE LAWINENGEFAHR

In den vergangenen Tagen hat es auf dem Feldberg kräftig geschneit. Derzeit liegen nach Angaben des örtlichen Liftverbundes rund 140 Zentimeter Schnee. Die Bergwacht war lange mit einem Spürhund im Einsatz, weil sie eben zunächst davon ausgehen musste, dass sich unter den Schneemassen ein Mensch befindet. Rund 50 Helfer waren am Feldberg und suchten die Lawine am Seebuck ab. Der Polizeihubschrauber "Bussard 805" überflog zur Unterstützung das Gebiet mit einer Wärmebildkamera.

Nach mehreren Stunden wurde die Suche schließlich gegen 18 Uhr beendet. Da keine Vermisstenmeldungen vorlägen, bestehe kein Grund zur weiteren Suche, erklärte das Rote Kreuz. Zudem hatte sich der Skifahrer gemeldet und offenbar auch berichtet, dass außer niemand im betroffenen Gebiet am Seebuck unterwegs gewesen sein soll, hieß es.

ZU LAWINEN KOMMT ES AM FELDBERG IMMER WIEDER

Ungewöhnlich sind Lawinenabgänge im Schwarzwald laut Hansjörg Filsinger von der Rettungstation Seebuck auf dem Feldberg nicht. Immer dann, wenn zu Schneefällen ein besonders starker Wind blase, könne es zu extremen Schneeverfrachtungen kommen. Auch wenn die Winter weniger streng seien, sagte Filsinger, könne bei Wetterbedingungen, die zu solchen Gefahrensituationen führen, nicht Entwarnung gegeben werden. "Derartige Schneeansammlungen gebe es öfter, insbesondere an steilen Nordhängen. Wächten würden vor allem im Frühjahr immer wieder abbrechen. Tourengänger sollten sich deshalb rechtzeitig über die Wettersituation informieren.

Bereits im Februar 2002 war am Feldberg bei einem Lawinenunglück ein 22-Jähriger verschüttet worden. Unterhalb der Wetterwarte hatte sich eine rund 200 Meter lange und 50 Meter breite Lawine gelöst. Der junge Mann konnte von den Rettern damals unterkühlt aber ansonsten weitestgehend unversehrt geborgen werden.

Die letzte tödliche Lawinenkatastrophe in der Region gab es im Januar 2000 in den Vogesen. Damals starben zwei Belgier, die am Hohneck von einer Lawine erfasst worden waren.

Autor: Thomas Winckelmann, Martin Ganz, Joachim Röderer