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26. Mai 2009

Brückenbauer und Multiplikatoren

Innenministerium unterstützt Diakonisches Werk bei Integration

  1. Multiplikatoren mit dem gleichen Migrationshintergrund schaffen unter ihren Landsleuten Vertrauen für die Integrationsarbeit. Foto: Archiv:  M. Bamberger

ORTENAU (BZ). Das Diakonische Werk im Ortenaukreis hat sich zum Ziel gesetzt, Brücken zwischen der einheimischen Gesellschaft und den zugewanderten Bürgerinnen und Bürgern zu bauen. Das Diakonische Werk im Ortenaukreis kümmert sich verstärkt um die Integration von Migranten. Das Innenministerium Baden-Württemberg unterstützt es dabei mit 39 000 Euro.

Seit Beginn des Projektes im Sommer 2006 hat sich in der Ortenau viel in Sachen Integration von Spätaussiedlern und Ausländern getan. In vielen Orten, etwa in Offenburg, Kehl, Lahr, Hausach und Oberkirch, gebe es entsprechende Angebote, die durch Vielfalt und Kreativität der Aktionen beeindrucke, heißt es in einer Pressemitteilung des Innenministeriums. Sie reichten von Sprachcafés über Tanz und Hausaufgabenhilfe bis hin zur Begleitung von Migrantinnen und Migranten bei der Bewältigung von Alltagsproblemen.

In Lahr kämen 12- bis 15-jährige Mädchen gern in den Mädchentreff, um Musik zu hören oder gemeinsame Abende zu gestalten. Sie erhielten bei Bedarf auch eine kompetente Beratung und Unterstützung bei schulischen oder familiären Problemen. Mit Theaterangeboten würden die eigene und fremde Kulturen gestärkt. So lernten die Mädchen, sich auszudrücken und Selbstvertrauen zu gewinnen. Gleichzeitig verbesserten sie so aber auch die deutschen Sprachkenntnisse und ihre soziale Kompetenz.

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Tanz in vielen Formen gebe es in Lahr und Oberkirch im Angebot. Außer der Bewegung sei viel Zeit für Gespräche oder gemeinsame Ausflüge reserviert.

Welch wichtige Funktion den "Brückenbauern" zukomme, zeigten Menschen, die oft einen eigenen Migrationshintergrund hätten und als Multiplikatoren fungierten. Ihnen gelinge es leichter, Türen zu ihren Landsleuten zu öffnen. So habe eine sehr engagierte Ehrenamtliche mit thailändischem Migrationshintergrund den Zugang zu 20 Frauen aus Thailand gefunden und biete nun in den Räumen der Diakonie Offenburg einen Deutsch-Sprachkurs an.

Dass der eigene Migrationshintergrund Türen öffnen könne, würden auch zwei Ehrenamtliche aus der früheren Sowjetunion und aus Rumänien erfahren. Besonders Spätaussiedler würden ihnen großes Vertrauen entgegenbringen.

Ohne das Ehrenamt wäre vieles nicht möglich
Wo Gruppenangebote nicht sinnvoll seien, werde auf individuelle Begleitung gesetzt, erläutert das Innenministerium des Landes. In sogenannten Tandems würden Einzelpersonen oder Familien während ihres Integrationsprozesses begleitet. Hilfe gebe es bei der Wohnungs- oder Arbeitsplatzsuche, bei Behördengängen und bei Problemen in der Schule oder im Alltag.

Das Diakonische Werk Ortenaukreis hatte sich auf die Ausschreibung des Innenministeriums Baden-Württemberg "Modellprojekt Bürgerschaftliches Engagement: Ehrenamtliche Integrationsbegleitung für Spätaussiedler und bleibeberechtigte Ausländer" beworben.

Das Auswahlgremium war von dieser Projektidee überzeugt und bewilligte Fördermittel in Höhe von 39 000 Euro für die dreijährige Projektlaufzeit aus dem von der Landesstiftung Baden-Württemberg für das Modellprojekt bereitgestellten Etat in Höhe von insgesamt 850 000 Euro.

Autor: bz