Leckereien aus Hülsenfrüchten

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Do, 13. September 2018

Sölden

Die Produktionsstätte der Pflanzeneiweiß-Manufaktur in Sölden präsentiert sich.

SÖLDEN. Am schnellsten waren die Tofu-Frikadellen verputzt. "Köstlich!" so das einhellige Urteil all derer, die früh genug den Weg in die neue Produktionsstätte der Pflanzeneiweiß-Manufaktur an der Söldener Bürglestraße gefunden hatten. Glücklicherweise hatte Wolfgang Heck, Chef der Freiburger Taifun-Tofu GmbH, mit seiner Mannschaft eine reiche Auswahl an Leckereien aus Hülsenfrüchten aller Art vorbereitet, die auf großen Platten darauf warteten, verkostet zu werden.

Das Interesse der Besucher aus weitem Umkreis war so groß, dass mehrmals am Tag nachproduziert werden musste. Im Mittelpunkt stand erwartungsgemäß der Tofu – die aus Sojabohnen gewonnene käseartige Masse, die zu einer Vielzahl von warmen und kalten Gerichten verarbeitet werden kann und sich vor allem im asiatischen Raum seit langem großer Beliebtheit erfreut. Informationen darüber, was sich alles damit anstellen lässt, konnte an diesem Tag nicht nur geschmeckt, sondern auch nachgelesen werden, denn die Pflanzeneiweiß-Manufaktur nutzte die Gelegenheit zur Information auch in schriftlicher Form.

Hülsenfrüchte spielen nicht nur in vielen Gegenden der Welt eine Hauptrolle, sondern gehörten ebenso in Europa jahrhundertelang zu den wichtigsten Nahrungsmitteln – was allerdings in Zeiten des Wohlstands und des damit einhergehenden Fleischkonsums fast in Vergessenheit geraten ist. Mit Zunahme des Interesses für vegetarische oder vegane Kost rücken diese Rohstoffe als Eiweißlieferanten und als Grundlage einer fleischlosen Ernährung immer mehr in den Blickpunkt; der Erfolg von Taifun Freiburg im In- und Ausland beweist es. Denn längst haben sich die erfindungsreichen Hersteller rein pflanzlicher Leckereien auch auf internationalen Veranstaltungen einen Namen gemacht. Der 2017 vom SWR gedrehte Film über die Firma zeigt das: In einer langen Sequenz begleitete das Team den Mitbegründer von Taifun, Jesús Bastante, zu einer Nahrungsmittel-Messe in seinem Heimatland Spanien. Aus den vom ihm dort geführten Gesprächen geht hervor, dass der Trend zu biologischer Ernährung im Mittelmeerraum weit fortgeschritten ist. Aber auch in Deutschland, sagt Wolfgang Heck, tut sich einiges.

Längst bezieht sein Unternehmen die Sojabohnen – genfrei und sortenrein – von Landwirten in der benachbarten March, woraus sich feste Partnerschaften entwickelt haben. Die Bio-Sojabohne gilt global gesehen als bedeutendste Nutzpflanze der Welt. Ihr Anbau verbreitet sich in größerem Stil, nicht zuletzt initiiert von Taifun-Tofu, mittlerweile entlang des Oberrheins, aber auch im Elsass und in Österreich. Ihr Proteinwert beträgt bis zu 45 Prozent, was sie sowohl als Nahrungs- als auch als Futtermittel vielfältig einsetzbar macht.

Außer Tofu können aus der Sojabohne Sojasauce, Sojamilch und Sojajoghurt gewonnen werden. Weitere wichtige Grundstoffe sind die seit dem klassischen Altertum beliebten Kichererbsen, Erbsen, Linsen und Bohnen in unterschiedlichsten Größen und Formen sowie Lupinen. "Es ist nicht unser Anliegen, die Menschen zum völligen Verzicht auf Fleisch zu bewegen", sagt Wolfgang Heck. Vielmehr wolle man Alternativen anbieten, um dem Bedürfnis nach biologischer Vielfalt gerecht zu werden, denn: "Nur wer sich gesund ernährt, kann auch gesund leben und bleiben."