Leserbriefe

Manfred Bohrmann (Neuenburg-Steinenstadt)

Von Manfred Bohrmann (Neuenburg-Steinenstadt)

Di, 14. August 2018

Neuenburg

PARKHAUS KRONENRAIN
Die Ausgabewut des Bürgermeisters stoppen
Leserbrief zum BZ-Artikel "Parkhaus wird deutlich teurer" vom 26. Juli
In der Badischen Zeitung vom 10. April 2015 habe ich in einem Leserbrief unter anderem Folgendes geschrieben: "Schlüsselstraße 1-9 – Parkhaus am Kronenrain". Letzteres macht nur Sinn im Zusammenhang mit der Landesgartenschau. Davor und danach wird es gemieden, weil es zu weit weg ist vom Zentrum. Also ein weiteres Fass ohne Boden.

Öffentlicher Parkraum in einem Teil des Untergeschosses der Schlüsselstraße wäre dagegen optimal und würde bestimmt auch angenommen und wäre dazu noch wesentlich billiger. Aber über dieses Areal entscheiden der Bürgermeister und der Gemeinderat allein, wie Schuster in der Gemeinderatsitzung vom 30. März 2015 erklärte – soweit meine damaligen Ausführungen.

Damals 5,6 Millionen Euro, inzwischen und mit allem was noch dazu kommen soll 17,4 Millionen. Ein Betrag, der für eine Stadt mit 30- bis 40 000 Einwohnern und einem entsprechenden Gewerbesteueraufkommen, sofern wirklicher Bedarf besteht, sicher zu stemmen wäre. Aber für Neuenburg mit circa 12 000 Einwohnern einschließlich der Ortsteile eine Summe aus Absurdistan. Ein tolles Projekt, wie der Bürgermeister feststellt, ja in jeder Beziehung. Aber es gibt ja noch Chancen auf Fördermittel – Fördermittel für ein Projekt, das niemand braucht und in Neuenburg eine weitere gewaltige Fehlinvestition darstellen würde, mit einem jährlichen Zuschussbedarf in mindestens sechsstelliger Höhe.

Was will der Bürgermeister den kommenden Generationen in Neuenburg noch alles aufbürden. Und so gilt wohl sein Credo "nach mir die Sündflut".

Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand der Stadträtinnen und Stadträte, stoppen Sie die Ausgabewut ihres Bürgermeisters. Mein Vorschlag, öffentliche Parkplätze im Projekt Schlüsselstraße zu schaffen, ist nach wie vor machbar – 100 würden selbst bei optimaler Entwicklung der Stadt vollkommen ausreichen. Verlangen Sie auch rechtzeitig vor der Kommunalwahl im kommenden Jahr eine realistische Schätzung der Kosten für die Landesgartenschau. Darauf haben auch die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt einen Anspruch, bevor sie am Wahltag ihr Kreuzchen machen.
Manfred Bohrmann, Neuenburg-Steinenstadt