Demos nach tödlicher Messerattacke

Seite 26

Von Seite 26

Sa, 18. August 2018

Offenburg

"Mahnwache" der AfD und Gegenkundgebung am Samstag.

OFFENBURG (hsl). Nach der tödlichen Messerattacke gegen einen Offenburger Arzt kommt es diesen Samstag zu zwei Demonstrationen in Offenburg. Der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple hat für 14 Uhr zu einer "Mahnwache" vor dem Rathaus aufgerufen. Wie der Rechtspopulist bestätigte, lautet der Titel "Bürger fordern den Rücktritt von OB Schreiner nach dem feigen Mord eines Afrikaners an einem Offenburger Arzt".

Bereits um 13 Uhr startet am Zentralen Omnibusbahnhof eine Gegendemonstration des Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus Offenburg". Es kritisiert, dass die AfD das Tötungsdelikt instrumentalisiert, "um ihre rassistische Hetze zu verbreiten". Das Bündnis aus Parteien und Gewerkschaften, erinnert daran, dass schon im Mai 25 Teilnehmer der AfD Ortenau mit ihrer "Kandel-Propaganda" allein auf dem Marktplatz gestanden hätten, eingekesselt von 250 Gegendemonstranten. "Überlassen wir den Rechten auch diesmal nicht die Deutungshoheit – überlassen wir ihnen nicht unsere Stadt", so das Bündnis auf Facebook.

OB Schreiner ruft zu Besonnenheit auf

Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner ruft unterdessen die Menschen in ihrer Stadt zu Besonnenheit auf: "Mit großer Bestürzung habe ich am Donnerstag von dem Tötungsdelikt erfahren. Mein tiefstes Mitgefühl gilt insbesondere der Witwe und der Tochter des Verstorbenen, seiner Familie sowie der verletzten Arzthelferin. Ihr wünsche ich baldige Genesung." Ihr Dank gelte dem beherzten Großeinsatz der Polizei, die den mutmaßlichen Täter bereits nach einer Stunde fassen konnte.

"Bislang kennen wir weder ein Tatmotiv, noch liegen weitere Hintergrundinformationen vor. Aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens können wir uns derzeit nicht weiter dazu äußern", so die Oberbürgermeisterin.

Dass das Tötungsdelikt in unmittelbarer Nähe die Menschen bewege, sei nachvollziehbar und menschlich. Doch gerade deshalb appelliere sie an die Bürger, "sich besonnen zu verhalten und von Pauschalisierungen abzusehen".