Kommentar

Neues Lagezentrum – vor dem Anruf nachdenken

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Di, 13. März 2018 um 00:03 Uhr

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Hier wird an 365 Tagen rund um die Uhr für die Sicherheit in der Stadt und vier Landkreisen gesorgt: Das Führungs- und Lagezentrum ist in der Tat so etwas wie die Herzkammer der Polizeiarbeit in der Region.

Das Geld für den Umbau ist gut investiert. Wer einmal gesehen hat, wie dieses Hightech-Callcenter arbeitet, bekommt Respekt davor – denn hier müssen unter hohem Zeitdruck Entscheidungen getroffen werden. Oft genug geht es, genau wie bei der Integrierten Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst, um Leben und Tod. Die Maßgabe heißt immer: Lieber einmal zu viel die 110 oder die 112 wählen, als einmal zu wenig.

In der Regel klappt das auch. Aber es gibt auch viele Fehlanrufe. Für Freiburg liegen keine genauen Zahlen vor. Die Polizei in Berlin hat jedoch jüngst ermittelt, dass dort nahezu jeder vierte Notruf ohne echte Not erfolgte. Auch in Freiburg bekommt das Führungs- und Lagezentrum Anrufe, weil jemand ein Taxi braucht, weil der Nachbar die Hecke zu weit geschnitten hat oder weil der Discounterprospekt fehlt.

Und wenn auch noch der Vollmond am Himmel steht, häufen sich die Nichtnotrufe in den Leitstellen. Deswegen kann die Empfehlung nur lauten: nachdenken, mitdenken. Denn jeder Anruf mit Allerweltsproblemen blockiert einen Mitarbeiter für einen echten Notruf.