Privatsphäre ist wertvoller als Geld

Cornelia Weizenecker

Von Cornelia Weizenecker

Mi, 12. Dezember 2018

Offenburg

Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz, Hauptdarsteller in "100 Dinge", werben im Forum für ihre neue Filmkomödie.

OFFENBURG. Auch in Offenburg kommt man an den beiden Nackten derzeit kaum vorbei: Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer bewerben ihren neuen Film "100 Dinge". Auf den Werbeplakaten sind die beiden nackt zu sehen. Am Sonntag lief im Offenburger Forum-Kino in allen drei Sälen die Filmkomödie und die beiden Hauptdarsteller machten auf ihrer Werbeochsentour dort Halt.

Worum geht’s? Die beiden Freunde Paul (Fitz) und Toni (Schweighöfer) – beide smarte Jungunternehmer und Konsumfetischisten – wollen jeweils 100 Tage ohne Besitz auskommen. Und weil sie ihren Mitarbeitern Firmenanteile für den Fall versprochen haben, dass einer schummelt oder aufgibt, nehmen Paul und Toni die Wette ausgesprochen ernst.

"Man muss es sich leisten können, privat zu sein."

Matthias Schweighöfer
Schweighöfer und Fitz, in Deutschland zwei Garanten für prall gefüllte Kinokassen, sind erneut nach Offenburg gekommen, um die Ticketverkäufe in der Provinz anzukurbeln. Mit einer halben Stunde Verspätung trudeln sie im Kino ein. Die beiden Schauspieler hatten im Hotel Ritter in Durbach genächtigt. Vermutlich war viel Verkehr an diesem Sonntagmorgen. Die meist weiblichen Journalistinnen haben es den beiden Filmgrößen jedenfalls nicht übelgenommen. Schließlich ist Vorfreude, bekanntlich die größte Freude. Das Forum Kino tut schon traditionell ein Übriges dazu, das Staraufgebot bei Laune zu halten. Sie werden erst einmal mit Kaffee versorgt, während die Fans geduldig im Foyer ausharren.

Dann zeigen sie sich den Fans. Betont lässig kommen die Kino-Helden mit ihren Kaffeetassen herein. Signieren im Vorbeigehen gekonnt einen Kinosessel. Ein kleiner Hund läuft den beiden hinterher. Die Offenburger Forum-Cinemas sind das achte oder neunte Kino, in dem die beiden die wohl immer gleichen Fragen der Presse beantworten müssen. Zum Glück sind unter den Zeitschriften-Journalistinnen auch Fans. Ein gemeinsames Foto mit Fitz und Schweighöfer ist für sie die Krönung. Und Schweighöfer sagt: "Ich kenn’ dich doch, bist du überall, wo wir sind?"

Eine Journalistin fragt, wie es denn so sei, wenn man sich alles leisten kann? "In Berufen, in denen man in der Öffentlichkeit steht, ist das Geld oft dazu da, um sich Freiheit zu kaufen. Man muss es sich leisten können, privat zu sein", antwortet Schweighöfer. Zu den Privilegien des Jobs gehöre es, dass man etwa Klamotten von Designern geschenkt bekomme, weil diese hoffen, dass man ihre Sachen trägt.

Florian David Fitz, auch Regisseur und Produzent des Films, scheint mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen. Geld auszugeben, falle ihm noch immer nicht leicht, bekennt er. Lange habe er finanziell vorsichtig gelebt. Er sei hier von seinen Eltern geprägt worden, beide Schauspieler. Man wisse schließlich nie, wann der nächste Auftrag komme. "Irgendwann habe ich dann aber gesagt, dass ich ja nicht immer wie der Student leben kann", erklärt Fitz sein heutiges Konsumverhalten.

Und wie war der Film? Welche Fragen haben die meist weiblichen Zuschauer an die Stars? Ein Forum-Mitarbeiter ermuntert das Publikum Fragen zu stellen. Ob die sportliche Figur der beiden Schauspieler im Film "Gott gegeben" sei, will ein Fan wissen. "Natürlich haben wir dafür speziell trainieren müssen", bekennen die beiden Mimen.

Nach Offenburg steht Baden-Baden und danach Leonberg auf dem Plan von Fitz und Schweighöfer. Die Mühen der Ebene nehmen die beiden für den Erfolg auf sich.