Götz’ Eisenhand in Kunststoff

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 13. Januar 2018

Bildung & Wissen

Arbeit Offenburger Forscher.

Ein Kanonenschuss hatte den fränkischen Ritter Götz von Berlichingen 1504 seiner rechten Hand beraubt. Also ließ er sich eine eiserne Prothese anfertigen, die heute auf seiner Stammburg in Jagsthausen aufbewahrt wird. An der Hochschule Offenburg hat man jetzt die erste voll funktionsfähige Rekonstruktion dieses 500 Jahre alten Geräts hergestellt; darüber hat das Forscherteam um Andreas Otte in den Fachzeitschriften Archiv für Kriminologie und Science berichtet. "Obwohl die erste eiserne Hand fast so bekannt ist wie die jüngere zweite Hand Götz von Berlichingens, wurde deren Funktion nie systematisch überprüft", sagt Otte. Der mit Hilfe eines 3-D-Druckers gefertigte Nachbau aus Kunststoff wiegt nur 175 Gramm und ist damit ein echtes Leichtgewicht im Vergleich zum 600 Gramm schweren eisernen Original. Was die Forscher überraschte, war die hohe Funktionstüchtigkeit der Eisenhand dank eines komplexen Mechanismus’ mit Blattfedern und Sperrklinken, der mit der anderen Hand einfach zu bedienen war. Weshalb sie als Modell für preiswert zu produzierende Low-Tech-Prothesen immer noch tauge.