Roboter-Spinne für Herz-OP?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 01. September 2018

Bildung & Wissen

Nur wenige Millimeter groß.

Wissenschaftler aus Harvard und Boston haben einen nur wenige Millimeter großen Softrobot entwickelt. Der einer Spinne nachempfundene Kleinst-Roboter ist hochflexibel und könnte unter anderem im menschlichen Körper für Operationen am Herzen eingesetzt werden.

Die Forscher nutzten eine neue Fertigungstechnik namens "Morph". Dabei werden mittels Soft-Lithographie zwölf Schichten Silikon übereinandergelegt. Mittels Laser-Mikrobearbeitung ätzten die Wissenschaftler dann winzige Kanäle in das Silikongebilde. Einige dieser Kanäle wurden unter Druck gesetzt und mit Harz und UV-Licht ausgehärtet, um die endgültige Roboterform zu bilden. Andere Mikrofluidkanäle blieben offen, so dass die Gliedmaßen des Roboters gezielt mit Flüssigkeit gesteuert werden können. Normalerweise verfügten kleinste Soft-Robotersysteme immer nur über sehr wenige "Freiheitsgrade", seien also in ihrer Beweglichkeit sehr eingeschränkt, betonen die Forscher in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Advanced Materials. Mit einer neuen Hybridtechnologie sei es gelungen, der Spinne 18 Freiheitsgrade zu verleihen. Das prädestiniere solche Softroboter etwa für kritische Operationen innerhalb des menschlichen Körpers, bei denen Instrumente aus Metall zu gefährlich werden können.