Raubkatzen voll im Griff

Monika Weber

Von Monika Weber

Fr, 22. Juli 2011

Schopfheim

Zur Zeit gastiert der Zirkus "Crocofant" in Schopfheim mit einer spannenden Show.

SCHOPFHEIM. Schon von weitem lockte der Popcorn-Duft und die Manege unter der Zirkuskuppel war gleich zu Beginn von einem großen Gitter umgeben. Im Halbdunkel wedelten Kinder mit bunten Leuchtstäben und warteten gespannt auf die Löwen und Tiger, für die im Zirkus "Crocofant" schon alles vorbereitet war.

Doch was war das? Ein Clown im Raubtierkäfig? Zirkusdirektor Françoise Meise traute seinen Augen nicht. Seelenruhig putzte David der Clown die Hocker für die Großkatzen und träumte davon, Raubtierdompteur zu sein. Nachdem der Clown aus dem Käfig gescheucht war, kamen auch schon die vier mächtigen Löwinnen durch den vergitterten Tunnel zur Manege. Wenig später folgten zwei imposante Tiger. Auf das Kommando von Yvonne und Knut Muderack machten die Groß-Katzen Männchen, sprangen übereinander oder nahmen ein Stück Fleisch vom Mund der Dompteuse. Sie hatte die Tiere im Griff, auch wenn die Löwinnen zwischendurch bedrohlich fauchten. Sie ließen sich aber schnell wieder beruhigen.

Danach vollführte Nikita ihre tollkühnen Kunststücke am Luftring. Sandra jonglierte mit fünf Keulen, fünf Fußbällen und schließlich mit fünf brennenden Fackeln. Harmonie zwischen Mensch und Tier zeigten die Donnerts mit einem Pas de deux am Pferd. Der Clown brachte nicht nur als Geheimagent das Pausenschild, er hatte zwischen den einzelnen Darbietungen jeweils seinen Auftritt; mal bändigte er zehn kleine Kisten, kämpfte in seinem Boot mit einem weißen Hai oder trat als Schlagerstar auf.

Nach der Pause zeigte Siegfried, der stärkste Mann vom Zirkus Crocofant, wie man schwere Eisenkugeln so durch die Luft wirbelt, dass sie aussehen wie Gummibälle. Ein Schreck fuhr den Zuschauern in die Glieder, als er eine der Kugeln hochwarf und gekonnt mit dem Nacken auffing.

Obwohl der Zirkus Crocofant erst vor elf Jahren gegründet wurde, so knüpft er doch an die Anfänge des Zirkus in England vor 150 Jahren an, als es kunstvolle Akrobatik auf dem Rücken der Pferde zu sehen gab. Was die Donnerts hier mit ihren Pferden vollführten, war allemal sehenswert.

Während der Pause gab es Gelegenheit, die Raubkatzen auf der Wiese zu besuchen oder es den Akrobaten gleichzutun und auf einem Pferd ohne Sattel zu reiten. Während die Tiger rastlos umherstreiften, lagen die Löwen dicht nebeneinander gekuschelt und ruhten sich von ihrem Auftritt aus. Zwar gab es im Zirkus Crocofant diesmal keine Krokodile und auch keine Elefanten zu sehen, denn die waren in München am Hauptsitz geblieben, doch auch ohne sie, war die fast zweistündige Show kurzweilig.

Weitere Vorstellungen sind heute, Freitag, 22. Juli, und Samstag, 23. Juli, jeweils um 18 Uhr; am Sonntag, 24. Juli, um 15.30 Uhr.
Platz an der Friedrich-Hecker-Straße.