Skisprung

Andreas Wank vom SC Hinterzarten ist Continentalcupsieger in Kanada

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Mi, 13. Dezember 2017

Skispringen

Skispringer des SC Hinterzarten Continentalcupsieger in Kanada / Jonathan Siegel dominiert Deutschlandpokal in Seefeld.

SKI NORDISCH. In Gedanken war er daheim. Dort, wo er so gern sein wollte. Auf der Hochfirstschanze. Gerade einmal zehn Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Haus von Andreas Wank in Titisee und dem Riesenbakken im Schmiedsbachtal, auf dem Richard Freitag und Andreas Wellinger am vergangenen Sonntag einen historischen Doppelsieg feierten. Wank fieberte ein paar tausend Kilometer weiter westlich mit und feierte sein ganz persönliches Erfolgserlebnis.

Auf der Olympiaschanze von 2010 sicherte sich der 29-Jährige im kanadischen Whistler Mountain am Sonntag im Continentalcup seinen ersten Saisonsieg. Der Weitenjäger des SC Hinterzarten, der nach zweimonatiger Verletzungspause in der Sommervorbereitung noch keinen Startplatz in der Weltcup-Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster erhalten hat, setzte sich auf der Normalschanze nach 103 und 102 Meter weiten Sprüngen mit 267,6 Punkten vor dem Franzosen Jonathan Learoyd durch, der zweimal 101 Meter weit geflogen war. Auf dem dritten Platz landete der Slowene Ziga Jelar mit 99,5 und 101 Metern. Vor knapp vier Jahren hatte sich Wanks größter sportlicher Traum erfüllt. Bei den Olympischen Spielen im russischen Sotschi sprang er im Teamwettbewerb zur Goldmedaille.

Ein Traum, den er gerne noch einmal erleben möchte, Mitte Februar 2018, bei den Spielen in Südkorea. Doch dafür braucht es ein kleines sportliches Wunder, angesichts der Stärke der DSV-Adler, die derzeit im Weltcup dominieren. Sechs, sieben Athleten sind in der Gunst von Bundestrainer Werner Schuster derzeit vor Wank. Doch der 29-jährige Skispringer des SC Hinterzarten will seine minimale Chance nutzen. Bei der Vierschanzentournee will er dabei sein und sich zum Tournee-Auftakt in Oberstdorf und Garmisch in der nationalen Gruppe für weitere Weltcup-Einsätze empfehlen. Vielleicht muss er dann Anfang Januar nicht in der Heimat dabei sein – beim Continentalcupspringen am 6./7. Januar auf der Neustädter Hochfirstschanze.

Rolf Schilli, Skisprung-Landestrainer, der am Skiinternat Furtwangen und im Leistungszentrum Hinterzarten junge Weitenjäger auf künftige Höhenflüge und den Sprung in die zweite Liga des Continentalcups vorbereitet, ist um den Nachwuchs aus dem Schwarzwald nicht bang. Zum Auftakt der Winterwettkämpfe überzeugten die Skispringer aus dem Land im österreichischen Seefeld bei zwei Wettkämpfen der Deutschlandpokal-Serie mit Breite in der Spitze. Der 19-jährige Jonathan Siegel vom SV Baiersbronn, vor zwei Jahren Goldmedaillengewinner der europäischen Jugendspiele (EYOF) und Junioren-Teamweltmeister, scheint nach dem vergangenen, verkorksten Winter zurück in der Erfolgsspur. In der Casino-Arena gewann der Schüler des Skiinternats Furtwangen auf der Normalschanze in der Aktiven- und Junioren-Klasse den ersten Deutschlandpokal-Wettbewerb des Winters. Im ersten Durchgang gelang ihm ein ordentlicher, 101,5 Meter weiter Sprung, in Durchgang zwei überflügelte der Nordschwarzwälder die Konkurrenz mit einem 107,5 Meter weiten Satz.

Kombinierer Jonas Maier vom SC Waldau Vierter in Seefeld

Tags darauf landete Siegel auf Rang vier. Justin Nietzel vom SC Hinterzarten, der bei der deutschen Meisterschaft im Oktober frech auf Rang vier gesprungen war, landete in Seefeld auf den Rängen sieben und zehn.

In der Wertung der Jugend 17 sprang Quirin Modricker vom SC Hinterzarten am ersten Wettkampftag 101,5 und 100 Meter weit auf Rang drei und landete tags darauf auf dem 14. Platz. Sein Hinterzartener Teamkollege Yannik Idesheim steigerte sich nach einem elften Platz zum Auftakt auf Rang fünf im zweiten Wettkampf. Fabian Rießle von der SZ Breitnau ist ein prima Kumpel. Dass er die Weltspitze markiert, lässt er seine Weltcup-Konkurrenten in der Nordschen Kombination spüren, nicht aber die jungen Hoffnungsträger aus dem Schwarzwald. Der zweifache Teamweltmeister und doppelte olympische Medaillengewinner aus St. Märgen ist der erfolgreichste nordische Skisportler aus dem Schwarzwald, dem zähen Start in den Weltcup-Winter zum Trotz.

Rießle ist das Vorbild aller Jung-Kombinierer aus dem Schwarzwald, die wie die Spezialspringer in Seefeld in die Winter-Wettkampfsaison starteten. Das Siegertreppchen blieb beim Deutschlandpokal-Auftakt aber unerreichter Sehnsuchtsort. Im Wettkampf der Junioren landete der 18-jährige Jonas Maier vom SC Waldau, der am Skiinternat Furtwangen (SKIF) ausgebildet wird, auf den Rängen vier und 14. In der Jugend 17 sprang und skatete sein SKIF-Kollege Paul Schlegel von der SZ Breitnau auf den fünften und den siebten Platz. Der ehemalige Deutsche Schülermeister Jonas Jäkle vom SC Schonach-Rohrhardsberg (13./16.) musste erkennen, dass es in der Jugendklasse 17 der Deutschlandpokalserie Ellenbogeneinsatz braucht.