Von Offenburg aus per TGV nach Paris

ani, hsl, rö

Von Anika Maldacker, Helmut Seller & Joachim Röderer

Di, 28. August 2018

Offenburg

Französische Bahngesellschaft SNCF führt Linie von Freiburg aus künftig über die Ortenau / Start mit dem Winterfahrplan.

OFFENBURG (rö/ani/hsl). Offenburg wird als Verkehrsknotenpunkt gestärkt: Wie eine Sprecherin der französischen Bahngesellschaft SNCF am Montag auf BZ-Anfrage bestätigt hat, wird der Hochgeschwindigkeitszug TGV auf dem Weg von Freiburg nach Paris künftig einen Stopp in Offenburg einlegen. Für Reisende aus der Ortenau wird es damit noch attraktiver und unkomplizierter, einen Ausflug in die französische Hauptstadt zu unternehmen.

Wer als Offenburger bislang mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Paris fahren wollte, musste in Straßburg zusteigen. Dann ging es in zuletzt gerade einmal einer Stunde und 46 Minuten mit mehr als 300 Stundenkilometer nach Paris. Nicht wenige Ortenauer nutzten das Angebot in Kombination mit Ticket-Schnäppchen für einen Tagesausflug. Nun rückt die Hauptstadt noch näher. Weil sie offenbar unzufrieden mit der Auslastung der Strecke von Freiburg über Müllheim, Mulhouse, Besançon und Dijon nach Paris ist, lenkt die SNCF den Kurs künftig über Offenburg und Straßburg an die Seine. Verkehrt der Schnellzug bislang an sechs Tagen wöchentlich, so gibt es künftig an allen sieben Tagen in der Woche Verbindungen über die Strecke "Est européenne".

Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF verspricht sich durch die neue Führung über Offenburg und Straßburg eine bessere Auslastung auf dem deutschen Abschnitt. Offenburg kann dabei nicht nur als Stadt mit 60 000 Einwohnern und großem Einzugsgebiet punkten, sondern auch mit dem Anschluss an die Schwarzwaldbahn aus Richtung Konstanz.

Dass die Verbindung zwischen Paris und Freiburg künftig mit Halt in Offenburg laufen wird, freut Oberbürgermeisterin Edith Schreiner: "Diese angekündigte Änderung der Fahrtroute zum Fahrplanwechsel macht den TGV natürlich für Offenburg und die gesamte Region attraktiver." Das Oberzentrum sei ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt – und der Bahnhof, der dank ICE-Halt gut getaktete Fernverkehrsverbindungen nach Norden und Süden biete, gewinne mit dem TGV eindeutig dazu. "Eine gute Nachricht also, insbesondere im Eurodistrikt", so Edith Schreiner auf Anfrage der BZ. Parallel wichtig sei natürlich ein leistungsfähiges ÖPNV-Netz sowie eine gute Anbindung auch über den Rhein.

Schon bisher ist es für Ortenauer ein Katzensprung in die französische Hauptstadt: Wer frühzeitig im Voraus bucht und flexibel ist, kann mit dem TGV schon ab 30 Euro von Straßburg aus nach Paris fahren. Bis zu 20 Verbindungen lassen sich über die Homepage von SNCF täglich pro Richtung buchen. Die Fahrzeit beträgt im günstigsten Fall aktuell nur eine Stunde und 46 Minuten – kein Wunder, bei Geschwindigkeiten von bis zu 320 Stundenkilometern.

Um wie viele Minuten genau sich die Fahrzeit von Offenburg aus verlängert und was das Ticket kosten wird, war von SNCF noch nicht zu erfahren. Aufgrund der bisherigen Fahrtdauer ist davon auszugehen, dass Reisende nach gerade mal 2,5 Stunden von Offenburg aus am Gare de l’Est aussteigen können. Praktisch ist, dass TGV-Kunden immer automatisch einen fest reservierten Sitzplatz haben, was den Abstecher nach Paris zusätzlich sehr entspannt macht.

Mit dem Ziel Gare de L’Est rücken für Zugfahrer künftig andere europäische Metropolen wie Brüssel und London näher an Südbaden. Zum Gare du Nord sind es nur wenige Minuten Fußmarsch. Von dort fährt der Eurostar nach London und der Thalys nach Brüssel.