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14. September 2017

Wohl nicht so betrunken

Hussein K.s Zustand vor der Tat.

FREIBURG (rö). Hussein K., der Angeklagte im Mordfall Maria L., war am Abend der Tat offenbar deutlich weniger betrunken, als er das selbst vor Gericht angegeben hat. Das geht aus den Aussagen von Zeugen hervor, die am dritten Prozesstag vor die Jugendkammer des Freiburger Landgerichts geladen waren. Diese Aussagen werden durch ein Überwachungsvideo aus einer Bar gestützt. Der Alkoholisierungsgrad spielt für die Schuldfähigkeit eine wichtige Rolle.

Gehört wurden Personal und Gäste eines Homosexuellen-Lokals in der Altstadt, das Hussein K. am späten Abend des 15. Oktober 2016 für mehr als zwei Stunden besucht hatte. Der Barkeeper der "Sonderbar" beschrieb ihn als "social butterfly, der von Blüte zu Blüte gegangen ist". Er habe in der Bar mit mehreren Männern und Frauen geredet. Mit einer Besucherin sprach er auf Deutsch über seine Familie und seine Herkunft. Sie hat das Gespräch als angenehm in Erinnerung. Eine andere Frau fühlte sich jedoch vom Angeklagten belästigt. "Er kam mir zu nahe und war unglaublich aufdringlich und penetrant", berichtete sie. Sie hatte wegen seines glasigen Blicks das Gefühl, dass der Angeklagte unter Drogen stand.

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Einem Barbesucher soll der Angeklagte gegen Geld sexuelle Dienste auf der Toilette angeboten haben, was der Gast zurückwies. Er fand Hussein K. jedoch sympathisch. Dieser sei betrunken gewesen, beim Tanzen hingefallen, habe geschwankt und Bier verschüttet. Auf dem Überwachungsvideo ist davon allerdings nichts zu sehen – was Oberstaatsanwalt Berger am Ende des Prozesstages denn auch zu Protokoll nehmen ließ.

Autor: rö