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06. Dezember 2012 08:57 Uhr

Mehr Flüchtlinge

Asylbewerberzahlen bringen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Bedrängnis

Der Landkreis Breisgau Hochschwarzwald ist im Verzug. Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Asyl suchen, sind stark gestiegen – doch es fehlen Plätze, die Asylbewerber unterzubringen.

  1. Asylbewerberin Foto: dpa/dpaweb

In der Asylbewerberunterkunft in der Gutachstraße in Titisee-Neustadt werden 20 weitere Flüchtlinge untergebracht. Diese zusätzlichen Plätze sind auf zwei Jahre befristet. Der Gemeinderat stimmte dem Gesuch des Landkreises zu, mehr asylsuchende Menschen zu beherbergen. Freien Platz soll es in der Unterkunft noch genügend geben, jedoch muss beim Brandschutz nachgebessert werden.

Der Landkreis Breisgau Hochschwarzwald ist im Verzug. Die Zahlen der Menschen, die in Deutschland Asyl suchen, sind in den vergangenen Jahren wieder stark gestiegen. Damit muss auch der Landkreis mehr Menschen bei sich aufnehmen. Allerdings hat er die Plätze dafür nicht und ist deshalb händeringend auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten. Und in der Unterkunft in der Gutachstraße stehen Zimmer leer. Deswegen sollen hier demnächst 20 Menschen mehr eine Zuflucht finden, allerdings s nur für zwei Jahre. Diese Befristung soll vertraglich zugesichert werden.

"Die Unterkunft soll sozialverträglich sein", sagt Eva Maria Münzer, Sozialdezernentin des Landkreises, bei ihrem Vortrag im Gemeinderat. "Deshalb soll auch die Betreuung erhöht werden", sagt sie. Gemeinsam mit Vertretern des Rats wurde die Gemeinschaftsunterkunft vor kurzem besichtigt. Genügend Platz sei da, so die Meinung aller. Nachgebessert werden muss in den leerstehenden Räumen allerdings beim Brandschutz. "Ich sichere Ihnen zu, dass das passiert, bevor mehr Menschen nach Neustadt kommen", sagt Münzer. Neue Gebäude sollen auf dem Gelände nicht entstehen. Der Gemeinderat befürwortet das Anliegen des Kreises einstimmig. Über alle Fraktionen hinweg sind sich die Mitglieder des Gremiums einig, dass die Menschen in Not jetzt einen Platz zum Leben brauchen.

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Einig und verstimmt

Allerdings regt sich ein gewisser Unmut darüber, dass die Flüchtlinge vermehrt im Hochschwarzwald untergebracht werden. In Altglashütten wurden zu Beginn des Jahres 50 asylsuchende Menschen untergebracht, in Rötenbach sollen übergangsweise 30 Flüchtlinge untergebracht werden.

Daniela Evers von den Grünen sprach die "Kreissolidarität" an. Auch andere Gemeinden in anderen Gegenden sollten Unterkünfte bereitstellen, vor allem in der Rheinebene sei wenig Bewegung in diesem Punkt zu erkennen. Es sei auch die Aufgabe des Kreistages diese Diskussion anzustoßen.

Die Sozialdezernentin Münzer sagt, dass der Landkreis inzwischen dabei sei, wieder eigene Unterkünfte zu bauen. Allerdings steckt dieses Vorhaben noch in der Planungsphase. Im Moment sei der Kreis mit drei Gemeinden in Gesprächen über mögliche Grundstücke, auf denen Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber errichtet werden könnten. Allerdings laufen die Beratungen derzeit in den nichtöffentlichen Gremien der jeweiligen Gemeinden. Deshalb könne sie noch keine Orte nennen. Die Signale aus den Gemeinden seien aber positiv, so Münzer.
Mehr Menschen flüchten

Menschen, die Asyl in Deutschland suchen, werden auf die Bundesländer und schließlich auf die Landkreise verteilt. Wie viele Menschen wo aufgenommen werden müssen, wird nach der sogenannten Zuweisungsquote errechnet. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald musste 2009 noch 84 Menschen aufnehmen, 2012 sind es bereits bis zu 369 Menschen, Ende 2013 sollen es bis zu 600 Menschen sein. Eigene Unterkünfte hat der Kreis kaum. Häuser in Breisach, Müllheim, Staufen oder Bad Krozingen sind in den vergangenen Jahren geschlossen worden.

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Autor: Sebastian Wolfrum