Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. Mai 2015

Flucht aus der DDR

Zeitzeuge Joachim Rudolf aus Berlin zu Gast im Kreisgymnasium.

  1. Joachim Rudolf berichtet auch vom Bau eines Tunnels unter der Mauer, um Menschen aus der DDR die Flucht zu ermöglichen. Foto: Kreisgymnasium

TITISEE-NEUSTADT. "So wurde uns der Wunsch nach Befreiung aus einer Diktatur, hinein in eine freiheitliche Grundordnung erfüllt. Darum seid auch ihr politisch aktiv, gebt eure Stimme bei den Wahlen ab und lasst sie hören." Mit diesen Worten endete die vorletzte Doppelstunde der Geschichtskurse der diesjährigen Abiturienten am Kreisgymnasium. Gebannt hörten die Schüler den Erzählungen von Joachim Rudolph aus Berlin zu. Immer wieder stellten sie Fragen zur Geschichte des Mauerbaus, der Fluchthilfe und dem Leben in der DDR.

Der pensionierte Lehrer erzählte anschaulich von seiner abenteuerlichen Flucht durch eine Wiesen- und Flusslandschaft nach Westberlin im Jahre 1961 und davon, wie er später mit anderen Studenten gemeinsam einen Tunnel gegraben hat: unter der Mauer hindurch, um weitere Menschen aus Ostberlin in den Westen zu holen. Der 76-Jährige erzählte von Plänen eines Mauerdurchbruchs mit einem Lastwagen, gefälschten Ausweisen, von Menschen, die über S-Bahn-Dämme kletterten oder die Spree durchschwimmen wollten.

Rudolph beantwortete alles geduldig und zeigte sehr authentisch, wie bedrängend die politische Lage in der DDR für die Menschen sein konnte. Auch nach der Flucht war die Beobachtung durch die Staatssicherheit noch lange spürbar. Erst Mitte der 1970er-Jahre konnte er sich wieder relativ sicher fühlen.

Werbung

Autor: swo