Wehrversammlung

Was die Feuerwehr Freiburg 2016 beschäftigt hat

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Sa, 28. Januar 2017

Freiburg

Wachsende Stadt, viele Baustellen: Die freiwilligen Einsatzkräfte klagen über Verkehrsprobleme.

Die Stadt wächst und damit auch die Herausforderung für die Freiburger Feuerwehr. Ein Problem für die Freiwilligen Kräfte sind Verkehr und Baustellen in der Stadt – sowohl auf dem Weg ins Gerätehaus als auch zum Einsatzort. Doch auch die Freiwillige Feuerwehr wächst: 500 aktive Männer und Frauen sind ein neuer Rekord. Bei ihrer Wehrversammlung zogen sie Bilanz für 2016.

Was für ein Jahr. "Sehr turbulent und arbeitsreich", sagte Vize-Stadtbrandmeister Achim Müller bei der Versammlung der Freiwilligen. Sie wurden vergangenes Jahr öfter alarmiert als 2015, allerdings ging die Zahl der Einsätze leicht auf 673 zurück, weil mehr Abteilungen zum gleichen Einsatz geschickt wurden. Umgerechnet gab es fast zwei Einsätze pro Tag.

Große Einsätze waren dabei, vom Gasleck am Siegesdenkmal über Brände in Zähringen und Merzhausen, bis zum Unwetter in Hochdorf, wo die Feuerwehrleute selbst volle Keller hatten. Fast die Hälfte aller Einsätze waren Fehlalarme. Damit ist die Zahl seit 2015 um ein Drittel gestiegen, wie bei der Berufsfeuerwehr, die insgesamt 2831 Einsätze fuhr – acht am Tag. Der Grund: Es gibt immer mehr Rauchmelder und Brandmeldeanlagen. Letztere haben eine Trefferquote von kaum zehn Prozent, sagte Stadtbrandmeister Reiner Ullmann. Er forderte Verbesserungen: Bei Paralleleinsätzen koste dies vielleicht lebenswichtige Zeit.

Freiburg hat mehr Einwohner, Wohnungen und Touristen, sagte Müller. "Und so muss die Freiwillige Feuerwehr wachsen." Das tut sie nicht ganz, aber sie hat jetzt fast 500 Mitglieder – Rekord. Das Stadtwachstum bedeutet künftig mehr Einsätze, aber auch aktuell ein Problem. "Von A nach B zu kommen ist eine Katastrophe", sagte Müller. Applaus von den Uniformträgern im vollen Bürgerhaus Seepark, zwischen denen saßen Vertreter von Rotem Kreuz, Polizei und anderen Organisationen, Stadträte, Ortsvorsteher und SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Rolland. Die freiwilligen Feuerwehrleute haben ein Problem, schnell zum Gerätehaus und zum Einsatzort zu kommen, erklärte Ullmann. Der Stadtbrandmeister forderte für die Feuerwehr ein System, das ihr an Ampeln Vorfahrt vor Bus und Bahn gewährt – wie Straßenbahnen vor Autos. Doch das solle es nicht geben. "Ich hoffe nicht, dass wir mal nicht rechtzeitig kommen, weil wir im Dauerstau feststecken", sagte Ullmann und eine Abteilung eilte hinaus: Brand in der Zahnklinik.

Feuerwehrkommandant Ralf-Jörg Hohloch dankte für alle gemeinsamen Einsätze der ehrenamtlichen und beruflichen Kräfte. Damit die Feuerwehr mit der Entwicklung der Stadt Schritt halte, müssten die Einhaltung der Hilfsfristen und die Belastung der Feuerwehrleute betrachtet werden. Ein Gespräch dazu hat Otto Neideck Mitte Februar anberaumt.

Der Erste Bürgermeister dankte den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz, verwies auf Investitionen der Stadt in Gerätehäuser und Fahrzeuge. Ob die Vorfahrtschaltung bei der Unzahl an Baustellen helfe, sei zu hinterfragen. Neideck will aber prüfen, ob in Städten mit diesem System die Feuerwehr schneller vor Ort ist.