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27. Juli 2012 19:19 Uhr
BZ-Kultveranstaltung
Wie war’s beim.. Volksliedersingen in Freiamt?
Da wird geschunkelt, was das Zeug hält. Der Volksliederabend in Freiamt ist Kult. Gut 400 Menschen trafen sich im Kurhaus, um den "Wandersmann" oder das "Heideröslein" miteinander zu trällern.
Mittendrin genoss auch BZ-Redakteur Florian Kech die Überdosis Nostalgie und gewann der Veranstaltung am Ende sogar etwas Avantgardistisches ab.
Die Location: Wer im Kurhaus in Freiamt ankommt, fühlt sich wie zuhause. Der Bau ist gediegen, der Empfang familiär. Voraussetzung ist allerdings, dass man Freiamt zuvor gefunden hat. Es gibt nämlich mehrere Freiämter. Ein Einheimischer lässt mich wissen, dass Freiamt die größte Flächengemeinde im Südwesten ist. Ich denke: Vielleicht sogar auf der ganzen Welt.
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Das Publikum: Auch nicht älter als auf einem Rolling-Stones-Konzert.
Avantgardistisches Moment: Der Besucher ist nicht Konsument, sondern mitsingender Akteur, wenn nicht gar Aktivist. Somit entspricht das Prinzip des Volkslieder-Singens in Freiamt durchaus dem Web 2.0-Gedanken. Auch wenn die Gäste ihre Smartphones offensichtlich zuhause gelassen haben.
Die Musik: Ein lupenreines Volksmusikstück zeichnet sich dadurch aus, dass es keinen Interpreten kennt. So wie ein Rebstock dem Kaiserstuhl oder eine Weißtanne dem Schwarzwald erwächst, ist auch das Volkslied aus dem Volk heraus entstanden. Es ist somit Gemeingut und nicht Gema-pflichtig. Wie hoch der Piratenanteil im Kurhaus-Publikum war, konnte am Abend leider nicht eruiert werden.
Die Setlist: 1. Bergvagabunden, 2. In Junkers Kneipe, 3. Es steht eine Mühle im Schwarzwäldertal, 4. Hoch auf dem gelben Wagen, 5. Oh du mein Kaiserstuhl, 6. Heidenröslein (…), 78. In Mutters Stübele, 79. Bajazzo, 80. Die kleine Winzerin vom Rhein.
Flirtfaktor: Walter vom "Duo Romantica" legte immer nach drei Liedern eine zielführende fünfminütige Unterbrechung ein, damit man "miteinander schwätze" kann.
Fazit: Ich würde es jederzeit wieder tun.
Note: Eins plus (Im Namen des Volkes).
Autor: Florian Kech



