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07. September 2010 06:51 Uhr

BZ-Interview

Badenova-Chef kritisiert Atomkompromiss

Der Energiekompromiss ist verkündet, Regierung und AKW-Betreiber sind erleichtert. Was denkt die kommunale Energiewirtschaft? Der Vorstandvorsitzende des südbadischen Versorgers Badenova, Thorsten Radensleben, spricht von einem "herben Schlag".

  1. Thorsten Radensleben, Vorstandsmitglied der Badenova Foto: Ingo Schneider

  2. Foto: dpa-infografik

  3. Energieversorger wie RWE zählten am Tag nach dem Kompromiss im Atomstreit zu den größten Gewinnern an der Börse. Foto: dpa

  4. Foto: dpa-infografik

BZ: Herr Radensleben, nach langem Streit nun endlich Klarheit über die Restlaufzeiten der Atomkraftwerke. Ist das nicht ein guter Tag für die Energiepolitik?
Radensleben: Auf jeden Fall ein guter Tag für die AKW-Betreiber in Deutschland, wie man aktuell an deren steigenden Aktienkursen sehen kann. Der Markt macht damit klar, zu wessen Gunsten dieser Streit ausgegangen ist.
BZ:
Aber es sollen auch erhebliche Mittel in die erneuerbaren Energien fließen. Das werden Sie honorieren, oder?
Radensleben: Die 300 Millionen Euro jährlich sind viel zu wenig. Und dass sich die Wettbewerbslage weiter zugunsten des Oligopols der Großkonzerne verschiebt und ein wirklicher Wettbewerb der Erzeuger damit verhindert wird, kann man nicht als Erfolg für die Erneuerbaren Energien bezeichnen.
BZ: Hatten Sie vor diesem Wochenende noch eine Resthoffnung, dass die Verhandlungen anders ausgehen?

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Radensleben: Wir haben darauf gesetzt, dass die Schubkraft zugunsten der Kraft-Wärme-Kopplung, die der Atomausstieg ausgelöst hat, erhalten bleibt. Das ist nicht mehr zu erkennen und damit ein herber Schlag für uns. Es reicht eben nicht, sich energiepolitische Ziele zu setzen, man muss auch hart daran arbeiten, sie zu erreichen. Sonst wird man sie verfehlen. Hier setzt der Beschluss vom Sonntag das völlig falsche Signal.

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Autor: Stefan Hupka