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30. Juli 2012 19:51 Uhr

Sportstätten

Zukunft des Eisstadions: Alles spricht für einen Neubau

Der Bau eines neuen Eisstadions in Freiburg wird immer wahrscheinlicher. Denn bei der Alternative, der Sanierung der bestehenden Franz-Siegel-Halle, tun sich neue Schwierigkeiten auf.

  1. Dreht die Eismaschine bald in einem neuen Eisstadion ihre Runden? Foto: Ingo Schneider

Denn: In direkter Nachbarschaft zur Eishalle liegt das Weststadion. Ein Anwohner hat sich vor dem Verwaltungsgerichtshof in letzter Instanz mit ihren Lärmbeschwerden gegen die Stadt durchgesetzt – das Urteil könnte auch für das Eisstadion Folgen haben.

Zum Urteil will man im Rathaus im Moment nicht viel sagen. "Wir warten noch auf die schriftliche Begründung", sagt der Erste Bürgermeister Otto Neideck. Ein Anwohner hatte gegen die Baugenehmigung für den bereits bestehenden Kunstrasenplatz der Sportfreunde Eintracht und gegen den Einsatz einer Lautsprecheranlage geklagt. Das Urteil fiel am 3. Juli. Auch wegen des ausstehenden Urteils war die Entscheidung des Gemeinderats über das Eisstadion in den Oktober vertagt worden.

Zwei mögliche Standorte sind im Gespräch

Noch werden im Rathaus alle vier Möglichkeiten geprüft, so der Erste Bürgermeister. Die Varianten lauten: Eine große oder kleine Sanierung, eben ein Neubau – oder die Weder-Noch-Variante, was aber das Ende von Eishockey als Leistungssport in Freiburg bedeutete. Die Zeit zur Entscheidung drängt. Denn Ende 2013 läuft die Betriebserlaubnis für die 40 Jahre alte Franz-Siegel-Halle aus.

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Finanziell könnte die Stadt günstiger wegkommen als gedacht: Eine kleine Sanierung der Halle an der Ensisheimer Straße wäre wohl schon für vier Millionen Euro zu haben. Und auch ein Neubau soll für deutlich weniger als die einst taxierten 25 bis 28 Millionen Euro zu bekommen sein, da es eine standardisierte Bauweise für Eishallen gibt.

Im Gespräch sind nach BZ-Informationen zwei mögliche Neubaustandorte: Einer liegt an der Hermann-Mitsch-Straße im Bereich der Messe, ein zweiter im nördlichen Bereich des Stadtteils Zähringen. Beide Standorte bringen die Voraussetzung mit, dass sie – nach Streckenneubau oder -verlängerung – an einer Stadtbahnlinie lägen.

EHC-Vorstand hinterlässt Eindruck bei den Fraktionen

Die neue Führung des EHC Freiburg ist vor der Sommerpause durch die Mehrheit der Ratsfraktionen getourt – und hat dabei durchaus Eindruck hinterlassen. Eine Fraktion erklärt, dass klare, nachvollziehbare Fakten präsentiert worden seien.

"Wir machen es für den Breitensport." Wendelin Graf von Kageneck
Auch EHC-Vorsitzender Werner Karlin hat die Gespräche als "parteiübergreifend sehr positiv" wahrgenommen. Noch hat sich keine Fraktion entschieden. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs wird aber eine Rolle spielen, wie etwa CDU-Fraktionschef Wendelin Graf von Kageneck einräumt: "Wenn das Urteil so ausgefallen ist, macht es keinen Sinn, an dem jetzigen Standort Geld in eine Eishalle zu investieren." Laut Kageneck würde ja auch nicht eine Eishalle nur für eine Profimannschaft gebaut: "Wir machen es für den Breitensport." Nach einer Aufstellung der EHC-Vorstände, die den Stadträten vorgelegt wurde, entfielen nur sieben Prozent der genutzten Zeit auf dem Eis auf die erste Mannschaft des EHC. Natürlich würde sich der Club über einen Neubau und eine längerfristige Lösung freuen: "Wir wollen ja keinen ,Dome‘, wo die Sicherheitsleute schon mehr kosten als das, was man bei den Spielen einnehmen kann", sagt Karlin.

Für die Neubaulösung spricht zudem, dass das mehr als eineinhalb Hektar große Areal im Stadtteil Mooswald, auf dem jetzt die Eishalle steht, das sich für ein neues Wohnquartier eignen würde. Durch die künftige Messelinie wäre es perfekt an das Straßenbahnnetz angeschlossen. Die Heiliggeistspitalstiftung und die Stadt als Grundstückseigentümer könnten mit einer zweistelligen Millionensumme als Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf rechnen.

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Autor: Joachim Röderer